Die Rote Laterne

Sendezeit: 20:15 - 22:15, 17.07.2017
Genre: Drama
  • Darsteller: Gong Li (Songlian), Caifei He (Meishan), Cao Cuifen (Zhuoyun), Jin Shuyuan (Yuru), Ma Jingwu (Herr Chen), Kong Lin (Yan'er), Cui Zhihgang (Doktor Gao), Chu Xiao (Feipu)
  • Regie: Zhang Yimou
  • Drehbuch: Ni Zhen
  • Kamera: Zhao Fei
  • Musik: Zhao Jiping
  • Produzent: Chiu Fu-Sheng
  • Andere Personen: Autor: Su Tong; Schnitt: Du Yuan
Volksrepublik China / Republik China (1991) China in den 20er Jahren: Die Studentin Songlian heiratet nach dem Tod ihres Vaters auf Drängen ihrer Stiefmutter den reichen Herrn Chen und zieht als seine vierte Frau in dessen prächtiges Anwesen ein. Chen ist ein mächtiger Clan-Chef im Norden Chinas und herrscht uneingeschränkt über seine Sippe. Seine erste Frau hat ihm einen Sohn geboren, die zweite Frau ist eine geschickte Intrigantin, und die dritte Frau hat heimlich ein Verhältnis mit dem Hausarzt. Die vier Frauen bewohnen ein eigenes Haus und haben eigene Dienerinnen. Allabendlich unterwirft Herr Chen seine Frauen einem strengen Ritual. Sie müssen vor ihren Häusern Aufstellung nehmen, dann wird verkündet, bei welcher Frau der Herr die Nacht verbringt. Als Symbol seiner Gunst leuchten anschließend rote Laternen im Hof und in den Gemächern der Favoritin. Songlian begreift bald, wie sie sich vor den anderen Frauen einen Vorteil verschaffen kann. Sie gibt vor, schwanger zu sein. Damit kann sie Chen eine Zeit lang fester an sich binden. Umso schlimmer ist aber ihre Niederlage, als die Täuschung auffliegt.
Hintergrundinformationen: Regisseur Zhang Yimou erweist sich einmal mehr als Meister symbolträchtiger Bilder. Die strenge, optisch brillante Kameraführung reflektiert eine eigenartig fremde Welt, in der die Emotionen eines Eifersuchtsdramas nicht nach außen sichtbar werden dürfen. Obwohl die Geschichte im vorrevolutionären China spielt, war die Darstellung eines repressiven Machtapparats und seiner inhumanen Auswirkungen den heutigen Machthabern in China offenbar wegen naheliegender Vergleiche mit der Situation nach dem Tienanmen-Massaker von 1989 so unangenehm, dass der Film in seinem Ursprungsland für lange Zeit verboten blieb.