A Single Man

Sendezeit: 22:25 - 23:55, 12.10.2017
Genre: Drama
  • Darsteller: Colin Firth (George), Julianne Moore (Charley), Nicholas Hoult (Kenny), Matthew Goode (Jim), Jon Kortajarena (Carlos)
  • Regie: Tom Ford
USA (2009) Auf dem Höhepunkt der Kuba-Krise 1962 wird die amerikanische Öffentlichkeit von der Angst vor einem Atomkrieg beherrscht. Doch der schwule Professor George Falconer hat andere Probleme.
Vor acht Monaten starb sein Lebensgefährte Jim bei einem Autounfall, seither hat sich George mit seiner heimlichen Trauer in einen Kokon eingesponnen. Denn in der Ära des Kalten Kriegs sind nicht nur Kommunisten, sondern auch Homosexuelle geächtet.
Sogar die Teilnahme an der Beerdigung seines Geliebten war unerwünscht. Nun lebt der stille Akademiker nur noch in der Erinnerung an 16 glückliche Jahre mit Jim und findet keinen Zugang zur Gegenwart, geschweige denn Hoffnung für die Zukunft.
Er beginnt, sich auf seinen Selbstmord vorzubereiten, akribisch und mit Stil. Der Revolver ist geladen, die Papiere sind geordnet, und das letzte Treffen mit seiner platonischen Freundin Charley arrangiert. Doch seit einiger Zeit läuft ihm immer wieder der Student Kenny über den Weg, der offenbar mehr als nur Rat bei ihm sucht. Eine zärtliche Liebesnacht mit dem sensiblen jungen Mann verändert alles - und doch soll es schicksalhaft die letzte für George sein.
Hintergrundinformationen: Mit der formvollendeten Verfilmung von Christopher Isherwoods berühmtem Roman "Der Einzelgänger" feierte der Modeschöpfer Tom Ford einen sensationellen Einstieg in die Filmbranche. Das feinfühlige Drama des ehemaligen Designers, der vor seinem Wechsel auf den Regiestuhl den Modekonzern Gucci revolutionierte, fand nicht nur bei der Kritik begeisterte Zustimmung. Der Grenzgänger zwischen den Künsten, dem man es schwerlich nachtragen kann, dass er in seinem Film eigene Kreationen verwendete, schildert Georges Einsichten an seinem letzten Lebenstag mit unprätentiöser Eleganz, Takt und Humor. Im Gleichmaß dahinfließende Bilder führen den Zuschauer ins spießige Kalifornien der 1960er-Jahre und in ein Ambiente, in dem jede Einstellung Fords Sinn für Proportionen und Stil verrät. Neben hervorragenden Nebendarstellern wie Julianne Moore als Seelenverwandter Charley und Nachwuchstalent Nicholas Hoult in der Rolle des Studenten Kenny triumphiert Hauptdarsteller Colin Firth als selbstironischer und lebensmüder Melancholiker. Mit seinen beredten Augen, die nach innen zu blicken scheinen, macht er Georges Qualen fast physisch erfahrbar. Die Rolle brachte dem Briten zahlreiche Auszeichnungen ein, darunter eine Nominierung für den Oscar, den er 2011 schließlich für "The King's Speech" erhielt.