Fanny und Alexander

Sendezeit: 20:15 - 23:13, 15.07.2018
Genre: Drama
  • Darsteller: Ewa Fröling (Emilie Ekdahl), Kristina Adolphson, Bertil Guve (Alexander Ekdah), Pernilla Allwin (Fanny Ekdahl), Allan Edwall (Oscar Ekdahl)
  • Drehbuch: Ingmar Bergman
  • Regie: Ingmar Bergman
Schweden / Frankreich / Deutschland (1982) Fanny und Alexander stammen aus einer alteingesessenen schwedischen Familie, die ein Theater besitzt. Als ihr Vater Oscar stirbt, wendet sich ihre Mutter Emilie dem Bischof Vergérus zu. Sie heiratet ihn sogar und zieht mit den Kindern in dessen Residenz. Dort wird das Leben für die drei zum Martyrium.
Ingmar Bergmans letzter Kinofilm, ab 23.10 Uhr auch als vierteilige TV-Fassung zu sehen.
Hintergrundinformationen: Kritik: "Bergmans Abrechnung mit dem scheinbar Vergangenen, seine Erinnerung an glückliche und angstvolle Momente der Kindheit ist nicht weniger bitter und scharfsichtig als in früheren Werken, hat hier jedoch die Form eines prächtigen, sinnlichen und detailverliebten Schauspiels, das nicht zufällig im Theatermilieu angesiedelt ist. Viele Motive und Stile sind miteinander zu einem filmischen Fresko verwoben: Verweise auf Strindberg und Shakespeare, satirische Ansätze wie in Fellinis 'Amarcord´', eine an Buñuel erinnernde Logik des Traums und der Fantasie - und immer wieder Bergmans alte Leidenschaft für metaphysische und religiöse Sinnfragen. [...] die gekürzte Kinofassung weist einige dramaturgische Brüche auf, läßt aber die Brillanz der Inszenierung und der Schauspieler dennoch eindrucksvoll zur Geltung kommen." Hintergrund: Die Reihe "Regieweltmeister Ingmar Bergman - Bergman 4:0 Werbung" präsentiert zum 100. Geburtstag von Ingmar Bergman am 14. und 15. Juli die vier schönsten Werke des Regisseurs, garantiert werbefrei: "Das siebente Siegel", "Wilde Erdbeeren" sowie "Das Schweigen", einer der größten schwedischen Filmskandale. Bergmans letzten Kinofilm "Fanny und Alexander" zeigt TELE 5 in der Kino- und TV-Fassung. Mit einem Budget von sechs Millionen Dollar (damals etwa 14 Millionen Deutsche Mark) war "Fanny und Alexander" zu seiner Zeit der größte und teuerste jemals in Schweden gemachte Film. Aus den insgesamt 24 Stunden Filmmaterial schnitt Bergman eine Fassung fürs Fernsehen, die fünf Stunden und 48 Minuten dauert und die nach seinen Worten seine bevorzugte Version ist. Für die Kinos gab es zudem eine dreistündige Fassung. Ursprünglich hatte Bergman die Rolle des Bischofs für einen seiner bevorzugten Darsteller Max von Sydow geschrieben, den er zuvor schon gerne einsetzte. Doch die Zusammenarbeit kam diesmal nicht zustande: Obwohl Sydow bereits zugesagt hatte und die Rolle sehr gern gehabt hätte, konnten sich die Produzenten und Sydows damaliger Agent nicht auf ein Honorar einigen. Als Sydow später davon erfuhr, war er außer sich. 1984 kam der Dokumentarfilm "Das Fanny und Alexander-Dokument" heraus, in dem Bergman die Entstehung des Films darstellt. Einen Teil, der den Schauspieler Gunnar Björnstrand mit deutlichen Anzeichen seiner Alzheimer-Erkrankung zeigte, musste Bergman auf Dringen von Björnstrands Witwe Lillie wieder herausschneiden. Das Script zu "Fanny und Alexander", das Bergman innerhalb eines Jahres schrieb, umfasste 1000 handgeschriebene Seiten. Die Vorbereitungen für den Spielfilm-Dreh dauerten ein Jahr. Starinfo Allan Edwall: Jeder, der die TV-Serie oder einen der Filme nach Astrid Lindgrens "Michel aus Lönneberga" gesehen hat, kennt ihn: In 13 Folgen und drei Kinofilmen verkörperte Allan Edwall den Anto, den ruppig-liebevollen Vater von Michel. Auch in den Lindgren-Verfilmungen "Ronja Räubertochter", "Madita", "Brüder Löwenherz" und "Rasmus und der Vagabund" wirkte der 1924 in Schweden geborene Edwall mit. Er trat in über 400 Fernseh-, Film- Theater- und Radio-Produktionen auf. Neben der Schauspielerei arbeitete Edwall als Regisseur, Autor und Komponist. Er sang auch, am liebsten eigene Lieder über die Ungerechtigkeiten in unserer Gesellschaft. (Immerhin: sein Vater war Gewerkschafter und Kommunist!) Fotografiert zu werden, hasste er inständig; am Ende ließ er sich nur noch von seinem Sohn, dem Fotografen Mattias Edwall, abbilden. In einem Nachruf in der schwedischen Zeitung Expressen stand: "Er war wunderlich. Aber er war wunderlich in einer universellen Weise!" Edwall starb 1997 an einer Krebserkrankung in Stockholm.