Desperado

Sendezeit: 22:55 - 01:00, 23.02.2019
Genre: Actionfilm
  • Darsteller: Antonio Banderas (El Mariachi), Salma Hayek (Carolina), Joaquim de Almeida (Bucho), Cheech Marin (Kleiner Barkeeper), Steve Buscemi (Buscemi), Carlos Gomez (Right Hand), Quentin Tarantino (Der Abholer), Tito Larriva (Tavo), Angel Aviles (Zamira), Danny Trejo (Navajas)
  • Drehbuch: Robert Rodriguez
  • Regie: Robert Rodriguez
USA (1995) Irgendwo in einem staubigen Kaff in Mexiko: Der schmächtige Buscemi betritt in bester Django-Manier eine heruntergekommene Spelunke, in der sich nur die Härtesten der Harten treffen. An diesem unwirtlichen Ort, an dem es vor Halsabschneidern, eiskalten Killern und sonstigem menschlichen Unrat nur so wimmelt, erzählt Buscemi eine Geschichte. Zunächst hört ihm niemand zu, doch je länger und eindringlicher er seine Geschichte vom Namenlosen Mariachi erzählt, desto mehr geht den miesen Meuchlern in der Kaschemme die Muffe. Und das nicht zu Unrecht, denn mit dem Mariachi ist offenbar nicht zu spaßen. Gerade erst hat er nur wenige Meilen entfernt ein regelrechtes Blutbad angerichtet. Als Buscemi verschwunden ist, betritt der geheimnisvolle Fremde selbst die Kneipe. Mit einem Gitarrenkoffer, der vor großkalibrigen Schusswaffen nur so strotzt, zieht der einsame, wortkarge und stets schwarz gekleidete Gitarrenspieler durch die Lande. Er hat eine Mission zu erfüllen, denn er befindet sich auf einem Rachefeldzug. Seine Suche gilt dem Gangsterboss Bucho, der einst sein Leben zerstörte, als er mit seiner Mariachi-Band von Ort zu Ort zog. Damals erschossen Buchos Gangster seine Geliebte und verkrüppelten zudem seine Hand, so dass er nie wieder wird Gitarre spielen können. Nun verschanzt sich der feige und gnadenlose Bucho irgendwo, abgeschirmt und bewacht von einer Hundertschaft zu allem entschlossener Fieslinge. Doch das kann den Mariachi in seinem Rachedurst nicht schrecken. Er will um jeden Preis mit seinem Erzfeind abrechnen - und dabei können ihn Buchos Killer, die er gnadenlos einen nach dem anderen aus dem Weg räumt, nicht stoppen. Und dann ist da auch noch die schöne und rassige Buchhändlerin Carolina, in die sich der Namenlose verliebt. Doch sie ist nicht nur seine einzige Hilfe, sondern gleichzeitig auch die Geliebte von Bucho...
Hintergrundinformationen: 1993 landete der blutjunge texanische Regisseur Robert Rodriguez mit seinem Debüt "El Mariachi" einen Coup, der die ganze Filmwelt Kopf stehen ließ. Mit einem Nicht-Etat von gerade mal 7000 Dollar, die er sich angeblich als menschliches Versuchskaninchen bei Medikamententests verdient haben soll, drehte der damals 25-Jährige eine extrem bleihaltige Parodie und gleichzeitige Hommage auf den Spagettiwestern. Ohne professionelle Schauspieler und mit äußerst magerer Ausstattung schuf Rodriguez einen perfekt choreographierten und rasanten Kultfilm, der bald auch schon Hollywood auf das Nachwuchstalent aufmerksam machte. Prompt bekam Rodriguez, gut befreundet mit Kultregisseur Quentin Tarantino, einen gut dotierten Vertrag beim Hollywod-Major Columbia, der dem Youngster die Möglichkeit gab, seine schrägen Phantasien gleich noch einmal umzusetzen - diesmal mit einem Millionen-Budget. Der so entstandene Film "Desperado" ist gleichermaßen Remake und Sequel von "El Mariachi", allerdings verzichtet Rodriguez auf das trashige Flair seines Originals und setzt diesmal auf eine aufwändige und ausgefeilte Inszenierung seiner Geschichte vom namenlosen Rächer. "In Hollywood hat schon lange kein Regisseur mehr die Leinwand derart lustvoll in tiefes Rot getaucht. Dabei kennt der Erfindungsreichtum des jungen Wilden keine Grenzen: In 'Desperado' gibt es keine Lage, Situation oder unmögliche Stellung, in der nicht geschossen wird", bemerkte "Blickpunkt: Film" zu dem Streifen. Jedoch hat Rodriguez bei seinen Vorbildern - heißen sie nun Quentin Tarantino, John Woo oder Sam Peckinpah - genau hingesehen und enthält seinen Zuschauern deshalb auch nicht die genau bemessene Dosis pechschwarzen Humors vor, die das blutige Geschehen immer wieder auflockert. Als regelrechter Glücksgriff erwies sich Rodriguez Wahl seines Hauptdarstellers: Latin Lover Antonio Banderas gibt hier einem zu allem entschlossenen Titelhelden mit wehender Mähne und glutäugigem Charisma, der selbst beim blutigsten Gemetzel noch eine hervorragende Figur abgibt. Nicht minder gelungen die Besetzung der weiblichen Hauptfigur mit der Newcomerin Salma Hayek, die damals schon mit ihrer Präsenz in "From Dusk Til Dawn", "Faculty - Trau keinem Lehrer" und "Wild Wild West" positiv auf sich aufmerksam gemacht hat. Sowohl Banderas wie auch Hayek waren dann auch im dritten Teil von Rodriguez' "Mariachi"-Trilogie mit von der Partie, dem 2003 entstandene Neo-Western "Irgendwann in Mexiko". Mit dabei in kleinen, aber brillanten kleinen Nebenrollen: Indie-Ikone Steve Buscemi ("The Big Lebowski", "Fargo", "Dead Man", "Trees Lounge - Die Bar, in der sich alles dreht") und Quentin Tarantino höchstpersönlich, der hier einen Witz erzählen darf, bevor er abserviert wird.