Rester vertical - Aufrecht bleiben

Sendezeit: 22:15 - 23:55, 20.05.2019
Genre: Tragikomödie
  • Darsteller: Damien Bonnard (Léo), India Hair (Marie), Christian Bouillette (Marcel), Laure Calamy (Dr. Mirande), Raphaël Thiéry (Jean-Louis), Basile Meilleurat (Yoan)
  • Drehbuch: Alain Guiraudie
  • Regie: Alain Guiraudie
  • Kamera: Claire Mathon
  • Produzent: Sylvie Pialat, Benoît Quainon, Rémi Burah, Olivier Père
  • Andere Personen: Jean-Christophe Hym
Frankreich (2015) Léo ist in den Weiten von Lozère unterwegs, um sich Inspiration für seinen neuen Film zu holen. Auf der Suche nach den Wölfen, die es hier geben soll, trifft er auf Marie. Zusammen mit ihren zwei Kindern und ihrem Vater lebt sie auf einem der Höfe. Die beiden kommen sich näher und ein paar Monate später erwarten sie ein Kind. Doch die junge Marie, die nie auf dem Land bleiben wollte, fällt nach der Geburt in eine starke Depression. Ohne Léo davon zu unterrichten, beschließt sie ihn zu verlassen und in die Stadt zu ziehen. Léo und das Baby bleiben zurück.
Mit dem Neugeborenen im Arm lernt er seine Vaterrolle kennen. Auch wenn er sich in dieser wohlfühlt und die Bindung zu seinem Kind stark scheint, beginnt er seine Arbeit als Autor zu vernachlässigen. Auf sich allein gestellt, steht er kurz vor dem Ruin. Bei den diversen Versuchen auf Marie einzugehen, scheitert er, und auch bei dem jungen Yoan, der es ihm sichtlich angetan hat, findet er kein Gehör.
Als er schließlich auf offener Straße überfallen und bis auf das letzte Hemd ausgeraubt wird, kehrt er zurück zum Hof. Es kommt zum Streit zwischen Maries Vater Jean-Louis und Léo. Das Kind, das Schatten und Verlust über den Hof gebracht hat, ist in Gefahr. Schließlich wird Léo das Sorgerecht für das Kind entzogen und der rastlose Mann bleibt zusammen mit den Wölfen in den Weiten der Lozère zurück.
Hintergrundinformationen: Der Film, der vor allem das gesellschaftliche Konstrukt des alleinerziehenden Vaters unter die Lupe nimmt, beherbergt zudem Thematiken über Familie, Sexualität und Sterblichkeit. 2016 wurde er bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes (2016) für die Goldene Palme nominiert. Über seinen eigenen Film sagt Guiraudie: "Ich möchte weiterhin ein Kino des Tagträumens praktizieren, aber es auch mehr und mehr mit der Brutalität der Realität verbinden, um Widrigkeiten zu suchen, Dinge, die nicht immer glänzen."