Liebe auf dem Land - Erinnerungen aus Baden-Württemberg

Sendezeit: 18:30 - 19:00, 20.06.2019
Genre: Zeitgeschichte
Wie lernten sich früher auf dem Dorf zukünftige Ehepartner kennen, als es keine Disco und kein Internet gab? Wie wurden Hochzeiten gefeiert? Wie reagierte man im Dorf, wenn eine ledige Frau ein Kind gebar? Eine Entdeckungsreise rund um das Thema Liebe in der Ära der Groß- und Urgroßeltern.
Meist galten auf dem Land wesentlich strengere Regeln als heute. Zeitzeugen berichten, wie es damals auf Dorffesten zuging, wenn die erste große Liebe entflammte. Kirchweih, Jahrmärkte oder traditionelle Feste waren die Höhepunkte im Jahr und galten als Heiratsbörsen, auf denen sich Paare finden konnten. Im Schwarzwald, wo die Höfe weit entfernt lagen, verkuppelten die Handwerker, Uhrenträger oder Hausierer so manches Paar. Sie kamen als einzige regelmäßig auf die verschiedenen Höfe und gaben Informationen über heiratsfähige Söhne und Töchter und deren Besitz weiter. Öffentliche Hochzeiten boten ebenfalls Gelegenheiten, anzubandeln. "Eine Hochzeit gibt die nächste" war das Sprichwort, denn die Ledigen gingen im Brautzug paarweise hinter dem Brautpaar in die Kirche und blieben auch beim Essen und Tanz beieinander. Wer wegen eines Trauerfalls in der Familie ein Jahr lang nicht tanzen durfte, hatte Pech. Die Kirche hatte in der Dorfgemeinschaft generell in Liebesdingen ein wichtiges Wort mitzureden.
Schmetterlinge im Bauch und große Gefühle gab es damals allerdings auch. Oft aber ging es ums Geld und um einen vollen Magen. Wer als Mann keinen Hof hatte und kein Handwerk ausübte, konnte nicht heiraten. Und wer ledig blieb, musste als Magd oder Knecht arbeiten. Der Film zeigt Berichte und Erinnerungen von Zeitzeugen, wie es damals in Sachen Liebe zuging. Viele Schwarz-weiß-Aufnahmen und historisches Archivmaterial ergänzen die Erzählungen und Bilder von heute.

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