Mein ziemlich kleiner Freund

Sendezeit: 20:15 - 21:45, 22.08.2019
Genre: Komödie
  • Hörfilm, Sendung mit akustischer Bildbeschreibung
  • Untertitel für die Sendung verfügbar
  • 100% gefällt diese Sendung
  • Darsteller: Jean Dujardin (Alexandre), Virginie Efira (Diane), Cédric Kahn (Bruno), Stéphanie Papanian (Coralie), César Domboy (Benji), Edmonde Franchi (Monique), Manoëlle Gaillard (Nicole), Bruno Gomila (Philippe)
  • Regie: Laurent Tirard
Frankreich (2016) Eher durch Zufall und zunächst am Telefon lernt Anwältin Diane den Architekten Alexandre kennen. Diane ist gerade Single, und als Alexandre ein Treffen in einem Restaurant vorschlägt, stimmt sie zu. Doch die Verabredung nimmt eine unerwartete Wendung, die am Telefon keineswegs vorhersehbar war: Diane steht nicht etwa auf Augenhöhe vor Alexandre, sie blickt im wahrsten Sinne des Wortes auf ihn herab, denn er ist nur 1,40 Meter groß.
Doch die beiden finden Gefallen aneinander. Alexandre ist weltgewandt, großzügig und erfolgreich, entführt Diane auf eine Reihe ungewöhnlicher Dates. Diane mag Alexandre, und aus dieser Sympathie wird schließlich Liebe.
Wäre alles auch weiter kein Problem, wenn sich Begegnungen mit der Außenwelt vermeiden ließen. Doch Diane muss nicht nur ihrem Ex-Mann Bruno (Cédric Kahn), sondern schließlich auch ihren Eltern gegenüber zugeben, dass Alexandre kleiner ist, als sie es sich gewünscht hätte.
Zunächst meistert Diane alle Hürden mit Bravour, stellt sich stets hinter Alexandre. Doch als er ihr die entscheidende Frage stellt, muss sie ehrlicherweise verneinen. Ihre innere Stimme sagt ihr, dass Alexandre nicht der Richtige ist, um mit ihm die Zukunft zu planen. Es kommt zur Trennung. Doch keiner der beiden kann aufhören, an den anderen zu denken.
Hintergrundinformationen: "Mein ziemlich kleiner Freund", ausgezeichnet von der Deutschen Film- und Medienbewertung mit dem Prädikat "Besonders wertvoll", ist das Remake des argentinischen Films "Corazón de león" von Marcos Carnevale. Regisseur Laurent Tirard und Produzentin Vanessa van Zuylen entschieden sich auch deshalb für ein französisches Remake, weil das argentinische Original, obwohl in seiner Heimat ein Riesenpublikumserfolg, nicht den Sprung über die Grenzen Argentiniens zu einer internationalen Vermarktung schaffte. Innere Werte zweitrangig: Auch im Zeitalter des Onlinedating achten Heiratswillige ganz altmodisch auf Alter, Größe und Gewicht, wie eine Studie der Universität Michigan ergab: "Frauen bevorzugen Männer, die im Durchschnitt knapp acht bis zehn Zentimeter größer und etwas älter sind als sie. Wer kleiner ist, hat so gut wie keine Chance; er sollte allerdings auch nicht sehr viel größer sein." (Quelle: "Was sich liebt, das klickt sich", Süddeutsche Zeitung vom Wochenende 3./4. September 2016) Der circa 1,80 Meter große Jean Dujardin hatte für die Szenen, in denen er von hinten zu sehen ist, ein Double. Ansonsten sagt der Regisseur über den Einsatz von Spezialeffekten: "Das reichte von ganz einfachen Sachen - Jean musste sich hinknien, und wir filmten ihn von den Schultern aufwärts, oder wir tricksten mit der Perspektive, in dem er weiter hinten stand, um kleiner zu wirken - bis hin zu komplizierten Einstellungen wie der Büroszene, in der Jean von Cédric unterbrochen wird und von seinem Sessel springt. Für diese Einstellung mussten wird das ganze Zimmer um 40 Zentimeter anheben, mit Ausnahme der Stelle, an der Jean auf dem Boden landet. Letztlich steckte viel Handarbeit in den Tricks." Und über den Schauplatz Marseille: "Ich wollte den Film nicht in einer riesigen Großstadt wie Paris oder London ansiedeln, weil man dort so viele unterschiedliche Menschen sieht, dass selbst ein knapp 1,40 Meter kleiner Mann nicht weiter auffallen würde. Trotzdem musste es eine Großstadt sein und ausgesprochen sonnig obendrein, denn ich wollte diesem Märchen so etwas wie einen California-Touch verpassen. Und dann habe ich mich Hals über Kopf in Marseille verliebt! Das sympathische Chaos dort erinnerte mich an das Paris der 1970er-Jahre. Wenn Leute ohne Helm Vespa fahren, hat das was Romantisches. Die Welt wird immer gleichförmiger und aseptischer, deshalb empfand ich Marseille als erfrischend anders." Hauptdarstellerin Virginie Efira meint: "Die Story ist extrem witzig, und gleichzeitig finde ich die Frage, mit welchen Augen man auf seinen Partner blickt und mit welchen es die Gesellschaft tut, spannend und universell. Wann sind wir in unseren Entscheidungen jemals frei? Ist es nicht eher so, dass die Meinung der anderen unsere Gefühle beeinflusst?"