Angst essen Seele auf

Sendezeit: 20:15 - 22:05, 31.05.2020
Genre: Liebesfilm
  • Darsteller: Brigitte Mira (Emmi Kurowski), El Hedi ben Salem (Ali), Barbara Valentin (Wirtin Barbara), Irm Herrmann (Tochter Krista), Rainer Werner Fassbinder (Schwiegersohn Eugen), Peter Gauhe (Bruno Kurowski)
  • Drehbuch: Rainer Werner Fassbinder
  • Regie: Rainer Werner Fassbinder
Deutschland (1973) Hintergrund:
In nur 14 Tagen gefilmt, kostete die Produktion rund 260.000 Deutsche Mark. "Angst essen Seele auf" zählt zu den Arbeiten Fassbinders, die wenig kostspielig waren. Der Film, der nach Auffassung vieler Cineasten Filmemacher in der ganzen Welt beeinflusst hat, ist sowohl auf Roger Eberts Liste der "Great Movies" als auch auf der "Essential 100" des Toronto International Film Festivals - empfohlene Filme, die jeder Filmkenner ansehen sollte - und auf Steven Schneiders "1001 Filme, die du gesehen haben musst, bevor du stirbst" zu finden.
Kritik:
"[...] Melodram, das mit kühler Brillanz die Mißachtung von Minderheiten und die Mechanismen sozialer Unterdrückung analysiert. Zugleich populär und bitter-ironisch erzählend, sucht Fassbinder ein breites Publikum, ohne persönliche Obsessionen zu verleugnen und ohne an kritischer Schärfe zu verlieren. - Sehenswert ab 16."
"In seiner meisterlichen Synthese von klassischem Hollywood-Melodram und kritischer Gesellschaftsstudie bewies Rainer Werner Fassbinder, wie man Gegensätze überwindet."
"In Anlehnung an Douglas Sirk und dessen 1956 gedrehten Film 'Was der Himmel erlaubt' übertrug Rainer Werner Fassbinder die dort im Mittelpunkt stehende Liebesbeziehung zwischen einer Witwe und einem jüngeren Gärtner auf bundesrepublikanische Verhältnisse. Sein erdrückendes Melodram zeigt mit nüchterner Brillanz, dass eine Liebe, die gegen die ungeschriebenen Konventionen der Gesellschaft verstößt, es sehr schwer hat, auf Dauer in ihr zu überleben. Ein eindringlicher Film, der darauf anlegt ist, dass die Zuschauer ihre eigenen Moralvorstellungen hinterfragen."
Hintergrundinformationen: Sein Blick unbestechlich und scharf, ein Meister darin, in seinen Filmen Gegensätze zu überwinden und eine Synthese zwischen Gesellschaftskritik und Filmkunst zu schaffen. Viel zu früh 1982 mit 37 Jahren verstorben, war Rainer Werner Fassbinder DAS Enfant Terrible der deutschen Filmszene und wohl der wichtigste Vertreter des Neuen Deutschen Films. Am 31. Mai wäre der "Satansbraten" und Workaholic Fassbinder 75 Jahre alt geworden. TELE 5 würdigt den rebellischen Filmschaffenden an diesem Tag mit einem "D-Movies Spezial" ab 20:15 Uhr mit drei seiner Werke: "Angst essen Seele auf" (1973) mit Brigitte Mira, sein zweiter Spielfilm "Katzelmacher" von 1969 mit Hannah Schygulla sowie "Despair - Reise ins Licht" (1978) mit Dirk Bogarde und der genialen Kamera von Michael Ballhaus.