Tatort, Der rote Schatten

Sendezeit: 22:00 - 23:30, 22.09.2020
Genre: Krimireihe
  • Hörfilm, Sendung mit akustischer Bildbeschreibung
  • Untertitel für die Sendung verfügbar
  • 77% gefällt diese Sendung
  • Darsteller: Richy Müller (Thorsten Lannert), Felix Klare (Sebastian Bootz), Carolina Vera (Emilia Álvarez), Mimi Fiedler (Nika Banovic), Jürgen Hartmann (Dr. Daniel Vogt), Hannes Jaenicke (Wilhelm Jordan), Oliver Reinhard (Christoph Heider), Heike Trinker (Astrid Frühwein), Friedrich Mücke (Oberstaatsanwalt Lutz), Michael Hanemann (Strobel), Leonie Nonnenmacher (Luisa Heider), Joachim Nimtz (Löffler), Elias Popp (Wilhelm (jung)), Emma Jane (Astrid (jung))
  • Drehbuch: Raul Grothe, Dominik Graf
  • Regie: Dominik Graf
  • Kamera: Hendrik A. Kley, Jakob Beurle
  • Musik: Sven Rossenbach, Florian van Volxem
Deutschland (2017) Der Deutsche Herbst 1977 und die Folgen dieser traumatischen Zeit beeinflussen den Fall der Kommissare Lannert und Bootz.
Marianne Heider kam angeblich bei einem Badewannenunfall ums Leben. Ihr Exmann Christoph glaubt jedoch, dass sie von ihrem aktuellen Lebensgefährten Wilhelm Jordan ermordet wurde. Christoph Heider wird ertappt, als er den Leichnam aus der Friedhofskapelle entführt, um ihn im Ausland obduzieren zu lassen.
Für Thorsten Lannert und Sebastian Bootz sollte das zunächst gar nicht zu Fall werden, immerhin hat die Staatsanwaltschaft Marianne Heiders Tod als Unfall angesehen und bereits zu den Akten gelegt. Oberstaatsanwalt Lutz weist Emilia Álvarez ausdrücklich an, den Fall nicht wieder aufzurollen.
Doch Lannert und Bootz finden Heiders Darstellung glaubwürdig genug, um der Sache nachzugehen. Dabei stellen sie fest, dass Wilhelm Jordan in den 1970er-Jahren als V-Mann für den Verfassungsschutz gegen die RAF eingesetzt war. Ist das der Grund dafür, dass die Kommissare bei den Ermittlungen ständig auf Widerstand aus Polizeibehörde und Staatsanwaltschaft stoßen? Und ist Wilhelm Jordan überhaupt Wilhelm Jordan? Der Mann hat eine erstaunliche Ähnlichkeit mit einem ehemaligen RAF-Mitglied, das später mit dem Verfassungsschutz zusammenarbeitete und ausgerechnet über die Frage Aussagen gemacht hat, wie die Waffen in den Hochsicherheitstrakt des Stammheimer Gefängnisses kamen, aus denen die tödlichen Schüsse auf Baader und Raspe fielen. Wilhelm Jordan, wer auch immer er sein mag, ist immer wieder wegen diverser Delikte aufgefallen, wurde aber nie bestraft oder auch nur angeklagt.
Gemeinsam mit Emilia Álvarez beginnen Thorsten Lannert und Sebastian Bootz sich zu fragen, ob der Zeugenschutz selbst den Mord an Marianne Heider umfassen würde.
Hintergrundinformationen: In der Nacht zum 18. Oktober 1977, nach der Befreiung der Lufthansamaschine Landshut in Mogadischu und der Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer, fand der sogenannte Deutsche Herbst seine Zuspitzung in der "Todesnacht von Stammheim". In dieser Nacht fanden die RAF-Mitglieder Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in ihren Gefängniszellen den Tod, Irmgard Möller wurde lebensgefährlich verletzt. Diese historische Situation bildet den Hintergrund für den Stuttgarter "Tatort: Der rote Schatten" von Dominik Graf. Die langen Schatten jener Nacht und des Kampfes gegen den RAF-Terrorismus reichen in dem "Tatort" bis in die Gegenwart. Ebenso die ungeklärten Fragen, die damit verbunden sind, zum Beispiel: Wie kamen die Waffen wirklich in den Hochsicherheitstakt des Stammheimer Gefängnisses? Wie weit reicht der Spielraum für den Verfassungsschutz? Warum ist es nicht möglich, die Ereignisse in der Nacht zum 18. Oktober zweifelsfrei zu klären? Dominik Graf beschäftigt sich in seinem ersten "Tatort" aus Stuttgart mit diesen Fragen. Vergangenheit und Gegenwart greifen ineinander. Dafür nutzt Dominik Graf historisches Material, das er virtuos mit nachgedrehten Szenen verschränkt.

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