Trump und das FBI, Eine amerikanische Affäre

Sendezeit: 23:10 - 00:40, 28.10.2020
Genre: Dokumentation
  • Untertitel für die Sendung verfügbar
  • Von: David Carr-Brown, Fabrizio Calvi
D (2020) Gleich zu Beginn seiner Amtszeit im Januar 2017 hat Präsident Donald Trump dem FBI, der mächtigsten Sicherheitsbehörde der USA, den Kampf angesagt. Er hat ohne Vorwarnung FBI-Chef James Comey gefeuert, der in der Affäre um Hillary Clintons E-Mails als Außenministerin zu ermitteln hatte.
Trump ist davon überzeugt, dass das FBI hinter Verschwörungstheorien gegen ihn stehe, eine beispiellose "Hexenjagd" organisiere und nur darauf aus sei, seinen Erfolg als Präsidenten zu sabotieren. Trump sagte in NBC News: "Das waren dreckige Cops an der Spitze des FBI".
Das Federal Bureau of Investigation , ein dichtes Netz aus Bürokraten, Geheimdienstlern und Juristen, versteht sich als Garant einer unabhängigen Justiz, die für nationale Sicherheit zu sorgen hat und die amerikanische die Verfassung verteidigen muss. Ihr Motto lautet: Treue, Mut, Rechtschaffenheit.
Um das FBI in Schach zu halten, hat Trump seinem Justizminister William Barr, Herr über die Sicherheitsbehörde, alle möglichen Freiheiten eingeräumt.
Wie konnte es dazu kommen? Woher kommt dieses gegenseitige Misstrauen? Und was steckt hinter diesem erbitterten Machtkampf seit Trumps Präsidentschaftskandidatur 2015?
Das New Yorker FBI und Trump kennen sich seit über 40 Jahren, sie wissen viel voneinander. Mögliche Verbindungen zur italienischen Mafia und zum russischen Gangstermilieu wurden vom FBI jahrelang beobachtet und toleriert, weil die Beobachtung des umtriebigen Trump es der nationalen Sicherheitsbehörde leichter macht, die kriminellen Aktivitäten seiner Geschäftspartner zu überwachen und diese strafrechtlich zu verfolgen. So profitierte vor allem Trump von dem "Deal", der zumeist darin bestand, dass das FBI wegschaute.
Keiner hat aber damit gerechnet, dass genau dieser Trump, der seine Respektlosigkeit für Gesetz, Verfassung und demokratische Institutionen gerne offen demonstriert und seine Deals vor den FBI-Ermittlern erfolgreich verschleiern konnte, einmal Präsident der USA werden würde. Schnell war klar, dass Donald J. Trump, der 45. Präsident der Vereinigten Staaten, kein unabhängiges FBI tolerieren würde.
Der Film beleuchtet die Kulissen des Konflikts zwischen Trump und FBI mit Blick in die Vergangenheit und im Kontext seiner Präsidentschaft. Erzählt wird vor allem aus der Perspektive ehemaliger FBI Agenten, die den Geschäftsmann Trump in den 80er und 90er Jahren zwar ins Visier nehmen, ihn aber gewähren lassen.
Namhafte amerikanische Journalisten sprechen über ihre umfangreichen Recherchen, Experten beleuchten darüber hinaus das blinde Vertrauen in die "checks and balances" der amerikanischen Demokratie und das Außerkraftsetzen der Kontrollmechanismen während Trumps Amtszeit.
Hintergrundinformationen: Regisseur David Carr-Brown und Autor Fabrizio Calvi ist es nach langjähriger Recherche erstmals gelungen, die Protagonisten gemeinsam für diesen Film vor die Kamera zu holen.

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