Dutschke - Schüsse von Rechts

Sendezeit: 00:05 - 01:15, 03.11.2020
Genre: Zeitgeschichte
  • Untertitel für die Sendung verfügbar
  • Darsteller: Aaron Hilmer (Rudi Dutschke), Rafael Gareisen (Josef Bachmann)
  • Mitwirkende: Gretchen Dutschke, Stefan Aust, Rainer Langhans, Barbara Sichtermann, Peter Schneider, Knut Nevermann, Bernd Rabehl, Bahman Nirumand, Peter Wensierski, Elsa Rassbach, Thomas Giefer, Hartmut Moldenhauer, Olaf Dinné
  • Redaktion: Eric Friedler (NDR)
  • Von: Cordt Schnibben, Peter Dörfler
Am 11. April 1968 wird in West-Berlin ein Attentat auf Rudi Dutschke verübt. Er gilt als Wortführer und Symbolfigur der gesellschaftskritischen, linksgerichteten Studentenbewegung. Als Hassfigur rechter Medien und der Neonazis, steht er wie kein zweiter für die Radikalisierung einer antiautoritären Bewegung. Dutschke überlebt die Schüsse schwerstverletzt, das Attentat löst die größten politischen Unruhen in der noch jungen Bundesrepublik aus. Mit dem Dokudrama "Dutschke - Schüsse von Rechts" zeigen die preisgekrönten Autoren Cordt Schnibben und Peter Dörfler, wie sich die westdeutsche Gesellschaft damals spaltete und wie diese Spaltung eine Spirale der Gewalt in Gang setzte, die in dem Attentat auf Dutschke mündete: die Genesis einer Eskalation. Der Tod des Studenten Benno Ohnesorg, der am 2. Juni 1967 auf einer Demonstration von einem Polizisten erschossen wurde, markierte den Wendepunkt.
Bisher galt Rudi Dutschke als Opfer eines geltungssüchtigen, kriminellen Einzelgängers. Die Autoren liefern hier nun einen neuen Blick auf den Mordanschlag. Der Attentäter Josef Bachmann war Teil der Neonazi-Szene im niedersächsischen Peine, nahm dort an Schießübungen teil. Beim Waffenhändler der rechtsradikalen Gruppe besorgte er sich Pistolen und Munition und verübte mit ihnen Anschläge auf die innerdeutsche Grenze.
"Dutschke - Schüsse von Rechts" dokumentiert, wie schon damals die Unterschätzung des Rechtsterrorismus die Arbeit von Polizei und Gerichten prägte. Auf Grundlage von bisher unbekanntem Archivmaterial und selten ausgewerteten Akten beschreibt der Film, wie Attentäter Bachmann sich in der Zeit vor dem Mordversuch auf Rudi Dutschke in der militanten Neonazi-Szene seines Wohnorts bewegte. Die Autoren gehen u. a. der Frage nach, warum die Ermittlungsbehörden in Niedersachsen zwar Bachmanns Waffenlieferanten verhörten, aber Bachmanns neonazistisches Umfeld im Gerichtsverfahren keine Rolle spielte.
Neben Zeitzeugen wie unter anderem Knut Nevermann, Rainer Langhans, Stefan Aust, Barbara Sichtermann, Peter Wensierski, Thomas Giefer, Bahman Nirumand und Gretchen Dutschke, liefert Rudi Dutschke selbst die wichtigste Beschreibung seiner Person. Mit zahlreichen, teils selten gezeigten Originalszenen und aus Tagebucheintragungen und Reden destillieren die Autoren eindringlich seine Sicht auf die Ereignisse, die im Laufe eines Jahres zu den Schüssen auf ihn führten.

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