Die Höhle der Löwen, Folge #10.02

Sendezeit: 20:15 - 23:10, 13.09.2021
Genre: Allgemeine Unterhaltung, Staffel 10 - Episode 2
  • 87% gefällt diese Sendung
  • Andere Personen: Dagmar Wöhrl, Nico Rosberg, Ralf Dümmel, Judith Williams, Georg Kofler, Carsten Maschmeyer, Nils Glagau
  • Moderator: Amiaz Habtu
Deutschland (2021) + "KOHPA"
+ "MINIATOURING"
+ "portHy"
+ "Frau Poppes"
+ "Tape Art"
portHy aus Bielefeld
Die drei Gründer Jonathan Tenge (28), Paul Böhlhoff (20) und Julian Hesse (31) aus Ostwestfalen präsentieren den Löwen mit portHy eine Handykette mit integriertem Desinfektionsmittelspender. "Bei zahlreichen Recherchen zu dem Thema Infektionskrankheiten ist uns aufgefallen, dass tatsächlich 80 Prozent aller Infektionskrankheiten über die Hände übertragen werden", so Paul. Doch das benötigte Desinfektionsmittel ist nicht immer direkt zur Hand. Stationäre Spender gibt es nicht überall oder sind nicht ausreichend befüllt, Tücher oder Fläschchen hat nicht jeder in seiner Tasche. "Das Einzige, was ich wirklich immer dabei habe, ist mein Smartphone. Als wir das festgestellt haben, war die Idee zu portHy geboren", so Paul weiter und Jonathan erklärt: "portHy ist immer griff- und einsatzbereit. Unsere Handykette hat einen komplett integrierten Hohlraum, der mit bis zu 35 ml Desinfektionsmittel befüllbar ist. Das reicht für ca. 600 Sprühstöße. So können unterwegs kinderleicht die Hände desinfiziert werden." portHy gibt es in verschiedenen Farben und Ausführungen. Die Basisversion umfasst die Handykette, einen Refiller und die Holdy Handyhüllenbefestigung, die Exclusive-Version die Handykette, einen Refiller, eine Handyhülle und das eigens produzierte wasserbasierte Lemongrass Desinfektionsmittel. "Aus dem stylischen Accessoire der Handykette haben wir den wohl modischsten und diskretesten Desinfektionsmittelspender der Welt gemacht", ist Julian überzeugt. Werden auch die Löwen Potenzial in portHy sehen? Für 200.000 Euro würden die Gründer zehn Prozent ihrer Firmenanteile abgeben."
Frau Poppes aus Neu Wulmstorf
Inspiriert wurde Thomas Leiendecker (57, Koch und Gründer von Frau Poppes), von seiner Schwiegermutter: "Sie ist eine ganz besondere Frau!" Mit 15 Jahren erlernte Angelika Poppe (68) den Beruf der Hauswirtschafterin und Schlachtereifachverkäuferin. Mit 20 Jahren heiratete sie und schon kurz darauf erwartete sie ihr erstes Kind. Das Glück schien vollkommen. Doch nur zwei Jahre später änderte sich ihr Leben grundlegend: Durch einen schweren Autounfall verlor Angelika Poppe ihr Augenlicht. Unterkriegen ließ sich die junge Mutter aber nicht und hat es sich nicht nehmen lassen, weiterhin für die Familie zu kochen: "Da ich nicht mehr nach Rezepten kochen konnte, habe ich vieles einfach ausprobiert. Dabei sind Klassiker, wie meine Frikadellen herausgekommen, die ich immer wieder machen musste." Es ist nicht einfach Thomas Leiendecker, der seine Ausbildung
bei dem Jahrhundert-Koch Eckart Witzigmann absolviert hat, kulinarisch zu beeindrucken: "Aber Angelika hat es mit ihren Frikadellen geschafft: sie sind unglaublich fluffig und perfekt abgestimmt. Mir war sofort klar, das kann nicht nur eine Rezeptur für ihre Küche sein, davon muss die ganze Welt erfahren." So entwickelte er den Frau Poppes Frikadellen-Mix: "Eine Würzbasis, mit der jeder die perfekte Frikadelle à la Angelika zubereiten kann und das mit viel weniger Aufwand. Die Brotwürfel, die für die fluffige Konsistenz so wichtig sind, die ganzen Gewürze, Salz und Pfeffer sind in jeder Packung bereits enthalten." Aktuell gibt es vier verschiedene Geschmacksrichtungen im Sortiment. "Alle sind zu hundert Prozent aus natürlichen Zutaten. Wir verzichten auf Konservierungsstoffe, Palmöl und Geschmacksverstärker", so Angelika Poppe. Geschmacklich hat Frau Poppes alle Löwen überzeugen können, aber sind sie auch von dem Angebot begeistert? Für ein Investment von 150.000 Euro bieten Angelika Poppe und Thomas Leiendecker 20 Prozent ihrer Firmenanteile an.

MINIATOURING aus Nieder-Olm bei Mainz
Die Geschichte von MINIATOURING beginnt 2017. Nach seinem Berufsabschluss reiste Hannes Trautmann (25) mit Auto und Zelt quer durch Europa: "Es war eigentlich alles nahezu perfekt. Aber es hat mich eine Sache gestört: und das war das Zelt. Ich hatte die Probleme, die man so kennt. Unbequemer Schlaf, kein Strom, kein Stauraum. Das war nicht perfekt für einen Roadtrip." Wohnmobil oder Wohnwagen waren schon aus finanziellen Gründen keine Alternative. Also entwickelte Hannes seine eigene Lösung: ein ultraleichter kompakter Camper. "Weil er so kompakt ist, kommt man damit überall durch. Ich kann damit durch kleine Gassen fahren, kann die Passstraßen in den Alpen hochfahren, Feldwege, matschige Wege - es ist überhaupt kein Limit mehr gesetzt." Auch die Ausstattung lässt jedes Camper-Herz höher schlagen: es gibt ein integriertes Küchenmodul, für Sonnen- und Regenschutz sorgt eine ausziehbare Markise, der Innenraum verfügt über ein Bett inklusive Lattenrost sowie Beleuchtung, Steckdosen, verschiedene Stauraummöglichkeiten und ein Rollo zum Verdunkeln. Die gesamten Ausbauten werden aus regional nachwachsenden Hölzern in Mainz hergestellt. Einen ersten Liegetest wagt Dagmar Wöhrl - wird sie der Mini-Camper überzeugen? Das Angebot von Hannes an die Investoren lautet: "Der Löwe, der mitfahren will, sollte 95.000 Euro mitbringen und bekommt dafür 25 Prozent der Firmenanteile."
KOHPA aus Mering/Dachau
Der Papieringenieur Walter Reichel (76) und sein Kollege Peter Helfer (55) präsentieren den Löwen mit KOHPA ein nachhaltiges Papier mit recycelten Kohlenstofffasern. Der Clou: Durch die im patentierten Papier verarbeiteten Kohlenstofffasern, ist KOHPA das erste stromleitende Papier, das zudem auch noch elektromagnetische Strahlung abwehren kann und bedingt durch das Mischungsverhältnis der Kohlenstoff- und Papierfasern sehr stabil ist. Ihr neuartiges Material kann vielfältig eingesetzt werden. Mit KOHPA - therm haben sie das erste Heizpapier entwickelt. Doch wie funktioniert ihre Innovation? "Unser Papier wird mit einem Metallstreifen versehen und kann an den elektrischen Strom angeschlossen werden. Die somit dünnste und leichteste Flächenheizung der Welt kann zwischen 35 und 60 Grad warm werden", erklärt Peter Helfer. "Unser zweites Produkt KOHPA - protect kann elektromagnetische Strahlung abschirmen. Dieses Material wird heute im ökologischen Hausbau verwendet. Bildlich gesprochen wird das ganze Haus eingewickelt, damit Elektro-Smog wie 5G oder Funk die Menschen nicht belastet", unterstreicht Walter Reichel. Um KOHPA schnell und effektiv auf den B2B-Markt zu bringen, benötigen die Gründer 200.000 Euro und bieten im Gegenzug 15 Prozent ihrer Firmenanteile an. Zwischen Georg Kofler und Carsten Maschmeyer entsteht eine hitzige Diskussion über die Sinnhaftigkeit des Produkts. Werden sich die Löwen am Ende vertragen und vielleicht sogar investieren?

Tape Art aus Berlin
Wer klebt, der lebt - so lautet das Motto der vier Gründer Timm Benjamin Zolpys (41), Mohamed Ghouneim (42), Stephan Meissner (32) und Nicolas Lawin (30). Den Löwen präsentieren sie ihr Tape Art Kit. Tape Art ist eine moderne Kunstform, bei der aus verschiedenfarbigen und unterschiedlich breiten Klebeba¨ndern Bilder oder Kunstwerke entstehen. Gemeinsam mit Mohamed hat Timm vor über zehn Jahren das Klebeland, ein Fachgeschäft für Klebebänder, gegründet. Die Künstler im Team sind Stephan und Nicolas, die ganz viel Kunst mit Klebeband machen: "Mit dem Klebeband, was man im Baumarkt kaufen kann, konnten wir nicht viel anfangen. Wir brauchen vor allem verschiedene Farben in verschiedenen Breiten. Und das haben wir damals nur im Klebeland gefunden," berichtet Stephan über ihre Partnerschaft mit Timm und Mohamed. Mit ihrer Kunst waren sie schon auf der ganzen Welt unterwegs. "Wir waren z.B. in Japan und haben ganze Räume gestaltet, haben in Taiwan eigene Ausstellungen gehabt oder in New York auf den Straßen geklebt", so Nicolas. Um die Kunst auch zuhause auszuprobieren, haben sie das Tape Art Kit auf den Markt gebracht. Die Kits bestehen aus unterschiedlich vielen Farben, Breiten und Materialien wie Gewebeband, klebende Folien und das Papierband - dieses ist auch für das Kinderzimmer geeignet, da es rückstandslos abziehbar ist. Zusätzlich bieten sie in ihrer gegründeten Tape Art Academy kostenpflichtige Workshops für Jung und Alt an. Um das Tape Art Kit auf dem Markt zu etablieren, benötigen die Gründer 100.000 Euro und bieten dafür 12,5 Prozent ihrer Firmenanteile an.

Ein Wiedersehen gibt es mit Schreibpilot aus Taunusstein. Kai Döringer und Hasan Hüseyn konnten 2020 einen Investor für ihr Unternehmen gewinnen. Auch wenn die Digitalisierung immer mehr den Alltag bestimmt, war das Interesse von Ralf Dümmel an dem Deal groß: "Ich war sofort Feuer und Flamme. Egal wie viele Handys man hat, Schreiben sollte man können." Und das Investment hat sich gelohnt. "Wir haben eine Bestellung von 30.000 Heften von dem Hessischen Kultusministerium bekommen, somit wird unser Heft auch an den Schulen flächendeckend im ersten Bundesland eingesetzt", berichtet Kai Döringer. Mit seinem Löwen Ralf Dümmel besucht er dessen Grundschule und trifft auf seine ehemalige Grundschul-Lehrerin. Mit im Gepäck natürlich der Schreibpilot. "Man kriegt viele Briefe, dass das Produkt so toll funktioniert, aber das Allergrößte ist es, das mal live zu erleben", zeigt sich Ralf Dümmel begeistert von seinem Besuch an seiner ehemaligen Grundschule.

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