Die Höhle der Löwen, Folge #10.03

Sendezeit: 20:15 - 23:05, 20.09.2021
Genre: Allgemeine Unterhaltung, Staffel 10 - Episode 3
  • 87% gefällt diese Sendung
  • Andere Personen: Dagmar Wöhrl, Nico Rosberg, Ralf Dümmel, Judith Williams, Georg Kofler, Carsten Maschmeyer, Nils Glagau
  • Moderator: Amiaz Habtu
Deutschland (2021) + "NOVUS"
+ "Botanyia"
+ "independesk"
+ "Glossy Seams"
+ "JoyBräu"
NOVUS aus Braunschweig
René Renger (37) und Marcus Weidig (34) präsentieren den Investoren das E-Motorrad der Zukunft. "NOVUS ist das erste Premium-Elektro-Leichtkraftrad der Welt. Es löste die Grenzen zwischen dem E-Bike und dem Motorrad komplett auf", so der ehemalige Auto-Designer und Gründer von NOVUS René Renger. Auffällig ist das besondere Design. Marcus Weidig, Chef-Entwickler, erklärt: "Weil es uns der elektrische Antrieb erlaubt, haben wir den Motor aus dem Rahmen herausgenommen und im Hinterrad platziert. Im Rahmen sind jetzt nur noch unsere Batterie und die Elektronik. Mit nur 75 Kilogramm ist es um die Hälfte leichter als vergleichbare Fahrzeuge. Und das bei bis zu 40 PS beeindruckender elektrischer Power." Der Vollkarbonrahmen von NOVUS ist wie eine Nussschale innen hohl. So bietet er allen elektrischen Komponenten Schutz, ist die tragende Struktur und gibt dem Motorrad seine Gestalt. Mithilfe der optionalen NOVUS-App kann das Motorrad gestartet werden und der/die Fahrer/in kann Informationen wie Geschwindigkeit, Reichweite und Ladestand sowie die integrierte Navigation nutzen. "Es ist viel mehr als ein Motorrad, es ist eine moderne Skulptur aus Rädern", ist René Renger überzeugt. Für große Aufmerksamkeit sorgte NOVUS bereits 2019 auf der weltweit größten Hightech-Messe in Las Vegas. Auch Elon Musk sah das Potenzial in NOVUS und wollte den Prototypen kaufen. "Das hat uns schon geehrt, und wir mussten gut überlegen, was wir tun. Um ehrlich zu sein, haben wir uns ein bisschen Mut angetrunken und haben ihm dann abgesagt. Weil wir eine Vision haben, weil wir aus NOVUS eine wirklich große Mobilitätsmarke machen wollen", so René Renger. Mit ihrem aktuellen Vorserienprototyp stehen sie kurz vor der Serienproduktion. Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg nimmt das E-Motorrad mit seinem fachkundigen Blick genauestens unter die Lupe. Können Gründer und Gefährt ihn oder einen anderen Löwen überzeugen, ganze 1,6 Millionen Euro für zehn Prozent der Firmenanteile des Startups zu investieren?

Botanyia aus Freiberg am Neckar
Ihre Idee zu Botanyia haben die Gründer der Freundin von Jeffrey Javelona (29) zu verdanken: "Meine Freundin liebt Pflanzen. Ich habe noch mal durchgezählt: Wir haben 48 Topfpflanzen, alle in unterschiedlichen Töpfen. Von Plastik bis Beton steht alles bei uns herum. Sie alle sehen unnatürlich aus und haben keinen weiteren Nutzen." Gemeinsam mit seinem Co-Gründer Valentin Muckle (29) entwickelte er einen neuen Pflanzenübertopf. "Botanyia sieht zwar aus wie ein schöner Naturstein, ist aber viel mehr als das. Es ist wohl die cleverste Blumenabdeckung der Welt, denn ich kann den Stein ganz einfach in zwei Hälften zerteilen und mittels des integrierten Magnetverschlusses wieder ganz easy über der Pflanze schließen. Das Ergebnis: Ein echter Eyecatcher, der jeder Pflanze zu noch mehr Geltung verhilft", präsentiert Valentin den Löwen ihre Erfindung. Neben der natürlichen Optik hat Botanyia noch weitere Funktionen: "Botanyia schützt die Erde vor Sonnenstrahlung und verhindert somit das zu schnelle Austrocknen der Erde. Dadurch muss die Pflanze deutlich weniger gegossen werden ", erklärt Jeffrey. Aktuell gibt es Botanyia in den Ausführungen Sandstein- und Marmoroptik mit zwei verschiedenen Öffnungen. Ausgeliefert wird der Stein mit einem weiteren Pflanzentopf, einem Untertopf und Kokoserde. Um den Markt zu erobern, benötigen die Gründer 100.000 Euro und bieten dafür 20 Prozent ihrer Firmenanteile an.
independesk aus Berlin
Wie werden wir in Zukunft arbeiten? Wo werden wir arbeiten? Diesen Fragen hat sich Karsten Kossatz (29, Kommunikationsdesigner) gewidmet und independesk gegründet: "Mit meinem Startup treffe ich den Nerv der Zeit. Nach Monaten im Homeoffice, in Quarantäne und im Lockdown schaffen wir einen mobilen Arbeitsplatz, der nicht in den eigenen vier Wänden ist." Denn nicht jeder hat ein voll ausgestattetes Arbeitszimmer zuhause. Oft sieht die Realität so aus: Das WLAN ist nicht stabil, die Kinder toben im Hintergrund und der eigene Arbeitsplatz ist wahlweise am Küchentisch, auf der Wohnzimmercouch oder auf der Bettkante zwischen Bügelbrett und Wäschekorb. Und auch mit Arbeitszimmer fällt vielen Menschen nach Monaten im Homeoffice die Decke auf den Kopf. Genau hier setzt independesk an: Über die digitale Plattform kann sich jeder in seiner Nähe einen Schreibtisch in professioneller Umgebung buchen. Ein weiteres Plus: Durch das Wegfallen von langen Arbeitswegen und das tägliche Pendeln mit dem Auto wird die Umwelt geschont. "Studien sagen, wir könnten 5,4 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr einsparen, wenn wir nur an zwei Tagen pro Woche auf den Arbeitsweg verzichten", so der Gründer. Angeboten werden einzelne Schreibtische und Meetingräume in Agenturen oder Unternehmen, die zeit- oder tageweise ungenutzt sind, genauso wie Arbeitsplätze in Cafe´s, Restaurants, Hotels, Coworking-Spaces oder an ganz besonderen Orten, wie beispielsweise auf dem Berliner Fernsehturm. Aktuell werden über independesk in ganz Deutschland mehrere hundert Locations angeboten. Um sein Angebot weiter auszubauen, benötigt Karsten Kossatz 150.000 Euro und bietet dafür für 15 Prozent der Firmenanteile.

Glossy Seams aus Frankenthal
Die jüngste Gründerin der Staffel präsentiert in der "Höhle der Löwen" eine Lösung für ein echtes Alltagsproblem: Glossy Dreams von Lina Bouhmidi (20) soll dreckigen Schuhen neuen Glanz verleihen. Weiße Sneaker erfreuen sich bei Jung und Alt großer Beliebtheit - so auch bei Lina. Doch ein Problem stört den großen Sneaker-Fan: Die Schuhe lassen sich zwar säubern, aber die weißen Nähte bleiben auf Dauer schmutzig. Mit den gängigen Produkten auf dem Markt war die Jura-Studentin nicht zufrieden. So hat sie in der Garage ihres Vaters ein kleines Labor aufgebaut und über neun Monate an dem neuen Schuhpflegeprodukt getüftelt: "Das Problem war, eine Konsistenz zu entwickeln, die intensiv an der Naht haftet, die Naht umhüllt und eine gebrauchte Naht reinigt, so dass auch bereits getragene Sneaker davon profitieren und der Stift nicht nur als Vorbeugung dient." Mit Glossy Dreams hat Lina einen Imprägnierstift entwickelt, der ganz einfach in der Handhabung ist. Vor der Anwendung die Verschmutzungen an den Schuhen mit einem Tuch entfernen und mit dem Stift die Nähte gezielt und punktuell imprägnieren. "Die Naht wird mit einem weißen Schutzfilm umhüllt, so dass zukünftiger Schmutz einfach an der Naht abperlt. Nach 40 Sekunden Einwirkzeit kann man die Reste abwischen und die Naht sieht aus wie neu", erklärt die Gründerin. Aktuell gibt es Glossy Dreams in den Farben Weiß und Schwarz und wird bisher nur über ihren Onlineshop verkauft. Jetzt möchte Lina ihre Produkte groß auf den Markt bringen. Um ihr Ziel zu erreichen, benötigt sie 75.000 Euro und würde dafür 12 Prozent ihrer Firmenanteile abgeben. Wird ein Löwe in ihrer Geschäftsidee Potenzial sehen und investieren?
JoyBräu aus Hamburg
Das Gründer-Duo Erik Dimter (27) und Tristan Brümmer (26) lädt die Löwen auf eine Runde JoyBräu ein - funktionale Biere, die besonders für Sportler geeignet sind. Entstanden ist ihre Idee 2015 in Singapur. "Erik und ich waren für eine große Reederei im Auslandseinsatz. Als begeisterte Sportler haben wir gemeinsam nach der Arbeit jeden Tag trainiert", so Tristan. "Zur Unterstützung des Muskelaufbaus haben wir uns anschließend immer einen klebrigen, übersüßten und manchmal künstlich schmeckenden Proteinshake herunter gequält." Dazu muss es doch eine Alternative geben, dachten sich die Gründer. Warum also nicht die Vorteile eines Proteinshakes mit dem guten Geschmack eines frischgebrauten Bieres kombinieren? Nach zweieinhalbjähriger Forschungsarbeit gemeinsam mit einem Team der TU Berlin präsentieren sie nun JoyBräu. In ihrem Sortiment bieten sie drei verschiedene alkoholfreie Produkte an: Proteinbier + Zitrone mit 15 Gramm Protein und 100 Prozent natürlicher Zitrone, das Proteinbier Light mit 7 Gramm Protein und nur 63 Kalorien pro Dose sowie das isotonische Vitaminbier mit den Vitaminen C, B12 und B9. "Unsere funktionalen Biere sind weltweit einzigartig und das liegt an unserem innovativen Herstellungsverfahren. Auf unsere spezielle Hefe haben wir sogar ein Patent. Diese hat die besondere Eigenschaft, dass sie während der Gärung Geschmack, aber keinen Alkohol produziert. Das ist eine absolute Neuheit und macht unsere Biere so besonders", so Eric. Zudem ermöglicht ihr spezieller Brauprozess das Einbringen funktionaler Inhaltsstoffe wie Vitamine und Proteine. Seit dem Markteintritt konnten sie schon viele Fans für sich gewinnen und wurden mit internationalen Preisen wie z.B. dem FIBO Innovation & Trend Award und dem Superior Taste Award ausgezeichnet. Werden die Gründer von JoyBräu auch die Löwen geschmacklich und unternehmerisch überzeugen können? Ihr Angebot: 300.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile.


Ein Wiedersehen gibt es mit mellow NOIR aus Mettmann. In der letzten Staffel präsentierte Julian Köster seine Naturkosmetik und konnte damit Judith Williams begeistern: "Am meisten beeindruckt hat mich sich seine Produktqualität." Für den Gründer ist die Investorin die perfekte Partnerin: "Es war superwichtig, dass Judith ein ganzes Labor und ein großes kompetentes Team mitbringt. Das gibt uns sehr viel Flexibilität und Schub. Wir können in andere Richtungen, in ganz anderen Dimensionen denken, Produkte selbst entwickeln und mit neuen Ideen spielen. Das war vorher absolut nicht möglich und der Deal mit Judith hat es jetzt möglich gemacht."

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