Die Höhle der Löwen, Folge #10.06

Sendezeit: 20:15 - 22:55, 11.10.2021
Genre: Allgemeine Unterhaltung, Staffel 10 - Episode 6
  • 87% gefällt diese Sendung
  • Andere Personen: Dagmar Wöhrl, Nico Rosberg, Ralf Dümmel, Judith Williams, Georg Kofler, Carsten Maschmeyer, Nils Glagau
  • Moderator: Amiaz Habtu
Deutschland (2021) + "Scewo BRO"
+ "Iss doch WURSCHT"
+ "CATLABS"
+ "HACKBOE"
+ "HealthMe"
CATLABS aus München
"Ich habe meinen sicheren Konzernjob verlassen, um CATLABS groß zu machen!" Mit diesem Ziel wagt Katharina Bickel (42) den Gang in "Die Höhle der Löwen". Katzen sind mit rund 15 Millionen Tieren das beliebteste Haustier Deutschlands. Ihre eigene Katze Holly hat die Gründerin aus einem Tierheim in Chicago adoptiert, wo sie fünf Jahre lebte: "Natürlich habe ich für Holly Kuschelbettchen, Kratzbaum und Katzenspielzeug gekauft. Aber besonders die Katzenspielzeuge haben mich weder in Ästhetik noch in Qualität besonders überzeugt", so Katharina Bickel. Oft gehe das Spielzeug schnell kaputt und die hervorkommende künstliche Polyesterfüllwatte kann für Katzen gefährlich werden. "Schlecht für das Tier, schlecht für die Umwelt", sagt die Münchnerin. So entwickelte sie mit CATLABS ein Unternehmen, das für nachhaltiges und modernes Katzenzubehör steht. Aktuell befindet sich im Sortiment der Katzenspielzeuge die "Kuschelige Katze" und die "Flauschige Fledermaus" - beide Produkte sind aus natürlicher Schafwolle gefertigt und durch die wiederverschließbare Öffnung können frische Duftfüllungen wie natürliche Katzenminze oder Baldrianwurzel eingefüllt werden. "So bleibt das Spielzeug lange interessant, denn die Duftfüllungen wirken euphorisierend auf die Katzen, sind eine schöne Unterhaltung und fördern den Spieltrieb", ist die Gründerin überzeugt. "Mit CATLABS möchte ich eine attraktive Marke aufbauen, die für modernes Katzenzubehör steht. Allerdings sollen die Produkte nicht nur gut aussehen, sondern auch Gutes tun. Deshalb habe ich mich von Anfang an für eine ethisch korrekte Fertigung entschieden und lasse meine Katzenprodukte in einem sozialen Projekt in Nepal in liebevoller Handarbeit herstellen." Jetzt möchte Katharina Bickel ihr Katzen-Knowhow gegen das Business-Knowhow der Löwen tauschen und bietet 15 Prozent ihrer Firmenanteile für ein Investment von 75.000 Euro an.
Iss doch WURSCHT aus Duisburg
Für Marco Peters (49) geht es in der "Höhle der Löwen" im wahrsten Sinne um die Wurst. Seit 2010 steht der Duisburger mit seinem Foodtruck auf Festivals und Großveranstaltungen in Nordrhein-Westfalen und mit seiner Currywurst wurde er schnell zum Geheimtipp. Der Gründer verrät den Löwen sein Geheimnis: "Wir lassen unsere Currywurst bei dem örtlichen Metzger in einer hohen Qualität mit regionalem Schweinefleisch produzieren. Dazu eine leckere Currysauce aus Tomaten, Zwiebeln, Gewürzgurken und einer großen Portion Currywurst-Liebe!" 2019 wurde sie sogar zur "Besten Currywurst in Nordrhein-Westfalen" gewählt und es folgten unzählige Aufträge. Dann kam die Corona-Pandemie und Marco Peters verlor auf einen Schlag 250 Veranstaltungen: "Das hat uns erst einmal den Boden unter den Füßen weggezogen. Doch als Selbständiger ist Aufgeben keine Option!" Mit Iss doch WURSCHT hat es der 49-Jährige geschafft, den puren Currywurst-Geschmack in das Glas zu bekommen. Aktuell gibt es seine Kreationen in den Geschmacksrichtungen "Original Duisburger Currywurst mit klassischer Currysoße", mit "Erdbeer-Currysoße" und einer "Kürbis-Mango-Soße", außerdem bietet er auch eine Veggie-Version an. "Es geht für uns um alles oder nichts", betont Marco Peters gegenüber den Löwen. "Mit Beginn der Pandemie haben wir nahezu 100 Prozent unserer Einnahmen verloren. Wir können mit unserem Foodtruck seit weit über einem Jahr auf keiner Veranstaltung mehr stehen. Dies war für uns kein Zustand mehr. Wir mussten etwas ändern und haben alles auf eine Karte bzw. auf dieses Glas gesetzt. Für Sie vielleicht nur eine Currywurst im Glas, für uns die Existenz, um die wir gerade kämpfen." Georg Kofler zeigt sich von dem Kämpfergeist des Duisburgers beeindruckt: "Ich glaube, Sie haben uns alle hier bewegt. Sie nehmen Ihr Schicksal in die eigene Hand und machen aus der schwierigen Situation so ein tolles Produkt. Sie sind für viele jetzt gerade ein großes Vorbild!" Auch die anderen Löwen sind begeistert und Marco Peters bekommt sogar Standing Ovation. Doch wird es auch für mehr als Beifall reichen? Sein Angebot an die Investoren: 49.000 Euro für 49 Prozent der Firmenanteile.
HACKBOE aus Coesfeld
Schon als Teenager hat sich Mike Bökenkröger (45) durch Gartenarbeit sein Taschengeld aufgebessert und gründete später sein eigenes Unternehmen Bökenkröger Gartentechnik. Mit den herkömmlichen Gartengeräten ist eine gesunde Körperhaltung bei der Gartenarbeit meist nicht möglich und mühselig kann es auch oft werden. "Es ist zeitintensiv, schwierig und das allerschlimmste ist die gebückte Haltung. Das geht natürlich auf die Knochen und den Rücken", so der 45-Jährige. Mit seiner Leidenschaft für Motoren und seinem Erfindergeist entwickelte Mike Bökenkröger die erste handgeführte Motorhacke mit einem Schutzring für Nutzpflanzen - dadurch kann man den Boden nah an den Pflanzen kultivieren, ohne dass diese beschädigt werden. Das Herzstück von HACKBOE ist das selbst entwickelte Getriebe. "Ein Innovationsgetriebe, das einzigartig in diesem Bereich ist. Damit haben wir jetzt die Möglichkeit, die hohe Drehzahl von z.B. 7.000 Umdrehungen auf maximal 500 Umdrehungen zu reduzieren. So kann man das Kultivieren der Pflanzen erst möglich machen. Die Unkrautbeseitigung geht ganz einfach und vor allem ohne Chemie", erklärt der Gründer. Außerdem wurde mit dem HACKBOE die sogenannte Steinschlagprüfung bestanden und damit dürfen erstmalig die verschiedenen Bürstenaufsätze offiziell genutzt werden. Für den Ausbau der Vertriebs- und Marketingaktivitäten auszubauen, benötigt Mike Bökenkröger 150.000 Euro und bietet 20 Prozent seiner Firmenanteile an.

HealthMe aus Weinheim
"Wir möchten mehr Sicherheit und Transparenz in den Lebensmittelmarkt bringen", so Victoria Noack (25), die den Löwen ihre App HealthMe präsentiert. "Rund 24 Millionen Menschen in Deutschland sind aufgrund von Allergien, Unverträglichkeiten oder ihrer Diät auf eine gewisse Ernährung angewiesen. Das ist mehr als jeder Vierte!" Für die Betroffenen kann der Supermarkt-Einkauf allerdings oft zu einer Herausforderung werden. Die Zutatenliste findet sich zwar kleingedruckt auf den Produkten, doch trotzdem kann es zu Überraschungen kommen. Besonders Allergiker müssen jedes einzelne Produkt genauestens auf ihre Inhaltstoffe überprüfen. HealthMe, der digitale Einkaufsassistent, will ganz einfach Abhilfe schaffen. Über die App geben die Nutzer:innen ihre persönlichen Unverträglichkeiten ein, anschließend wird der Barcode des gewünschten Produkts gescannt und die App gibt direkt Auskunft darüber, ob es verträglich ist. Zeigt die App eine Unverträglichkeit an, werden alternative Produkte empfohlen. "HealthMe ist nie um eine Antwort verlegen. Die integrierte Datenbank umfasst Millionen von Produkten", erklärt die 25-Jährige. "Für diese App habe ich mein komplettes Studium-Konto geplündert, um sie zu programmieren. Denn ich wusste, dass sie für viele Menschen eine Hilfe sein kann." Mit einem Investment von 250.000 Euro möchte Victoria Noack ihre App erweitern und für Marketing-Aktivitäten nutzen. Im Gegenzug bietet sie den Löwen 17,5 Prozent ihrer Firmenanteile an.

Scewo BRO aus Winterthur
Das Gründer-Trio Thomas Gemperle (34), Pascal Buholzer (29) und Bernhard Winter (27) präsentiert den Löwen das Produkt Scewo BRO, einen treppensteigenden Elektrorollstuhl. Dafür fordern sie die höchste Investitionssumme in der Geschichte von "Die Höhle der Löwen": fünf Millionen Euro für zehn Prozent der Firmenanteile! Das entspricht einer Unternehmensbewertung von 50 Millionen Euro. "Wir haben den wohl coolsten Elektrorollstuhl der Welt entwickelt. Scewo BRO ermöglicht es Rollstuhlfahrern, im Alltag eine riesige Freiheit zu erlangen. Denn er überwindet Grenzen und Hürden, an denen viele andere Rollstühle scheitern", stellt Thomas Gemperle ihre Entwicklung vor. Ihre größte technische Innovation ist die Treppensteig-Funktion. "Mit dem Scewo BRO haben wir den ersten alltagstauglichen Rollstuhl geschaffen, der selbständig Treppen hoch- und runtersteigen kann", erklärt Bernhard Winter. "Auf der Treppe selbst ist das Gerät sehr stabil und der Sitz positioniert sich immer waagerecht." Über das iPhone oder die Steuerkonsole und den Joystick kann ihr Rollstuhl gesteuert werden. Insgesamt stehen fünf verschiedene Modi zur Auswahl, neben dem Treppen- und dem Fahrmodus auch ein Höhenverstellmodus, der es den Rollstuhlfahrenden ermöglicht, auf Augenhöhe zu sprechen. Diese Modi geben den Benutzer:innen auch die Freiheit, über jedes Gelände zu fahren. Die großen Räder bewältigen mühelos Pflastersteine und Waldwege und das auch ohne Rumpfstabilität. Das Bild der Rückfahrkamera wird automatisch auf der App angezeigt, denn Rollstuhlfahrer:innen können sich oft aufgrund ihrer körperlichen Einschränkung nicht drehen und rückwärts schauen. Und noch einen Wunsch ihrer Kund:innen können sie mit Scewo BRO erfüllen: "Schon beim alltäglichen Einkauf ist es schwer, an die Produkte im oberen Regalbereich zu kommen. Jedes Mal benötigen sie dabei Hilfe von anderen Leuten. Diese Hilfe bekommen sie jetzt von Scewo BRO", so Pascal Buholzer. "Denn mit denselben Motoren, die wir bereits für das Treppensteigen benutzen, können wir den Sitz auf bis zu 87 Zentimeter Höhe hochfahren." Mit ihrer Erfindung möchten die Gründer neue Standards in der Rollstuhlindustrie setzen: "Wir sagen immer, wir bauen den Tesla unter den Rollstühlen!", ist Bernhard Winter überzeugt. "Bei Tesla können Sie nicht mehr einsteigen. Bei uns schon!" Werden die Löwen bei dem Angebot von fünf Millionen Euro für zehn Prozent der Firmenanteile einschlagen?
Ein Wiedersehen gibt es mit CO'PS, dem Kaffee-Kolanuss-Likör aus Berlin. "'Die Höhle der Löwen' hat uns komplett überrannt und überwältigt. Wir waren binnen vier Tagen ausverkauft und können mit CO'PS jetzt richtig Gas geben", sagen Finn Geldermann und Jan Weigelt über ihre Teilnahme an der Gründershow. Seit der Investition von Nils Glagau hat sich das Start-up weiterentwickelt. So konnte z.B. eine neue Produktionsstätte in Betrieb genommen werden, mit der sie ihre Produktionsmenge um rund das Zehnfache steigern können. Der Investor zeigt sich bei der Besichtigung begeistert: "Hier spürt man, dass mit Leidenschaft geröstet wird und das merkt man dann auch in dem Produkt. Bereits nach vier, fünf Monaten konnte ein Handelsumsatz von 1,7 Millionen Euro erreicht werden und sie werden sicherlich am Ende des Jahres die drei Millionen Euro knacken." Zukünftig möchten die Gründer ihre Produktpalette weiter ausbauen und europaweit expandieren.

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