Die Blumen von gestern

Sendezeit: 00:05 - 02:08, 18.10.2021
Genre: Tragikomödie
  • Hörfilm, Sendung mit akustischer Bildbeschreibung
  • Untertitel für die Sendung verfügbar
  • Darsteller: Lars Eidinger (Totila Blumen), Adèle Haenel (Zazie Lindeau), Jan Josef Liefers (Balthasar Thomas), Hannah Herzsprung (Hannah Blumen), Sigrid Marquardt (Tara Rubinstein), Djenabu Jalloh (Sarah Blumen), Bibiana Zeller (Lisbeth Blumen), Rolf Hoppe (Manfred Norkus), Eva Löbau (Anita Koldewey), Cornelius Schwalm (Bächle), Irene Rindje (Charlene Morgenrot), Hans-Jochen Wagner (Mauersperger), Gerdy Zint (Sieghart Blumen), Rüdiger Klink (Möbelpacker), Elda Sorra (Assistentin Frau Molowsky), Max Meyr (Trucker), Heidi Baratta (Magda)
  • Drehbuch: Chris Kraus
  • Regie: Chris Kraus
  • Kamera: Sonja Rom
  • Musik: Annette Focks
Deutschland / Österreich (2019) Totila Blumen ist Holocaust-Forscher. Als solcher versteht er keinen Spaß. Weder im Allgemeinen noch im Besonderen, wenn seine Kollegen versuchen, aus einem Auschwitz-Kongress ein werbefinanziertes Medien-Event zu machen und somit das Erbe des gerade erst verstorbenen und von Totila hoch verehrten Professors Norkus mit Füßen treten. Als man ihm die sehr junge und sehr nervige französische Studentin Zazie als Praktikantin vor die Nase setzt, die ihm folgt wie ein Hündchen und mit seinem direkten Vorgesetzten ein Verhältnis hat, ist der stets ernst und überlegt dreinblickende Totila am Ende.
Doch Jammern hilft nicht - erst recht nicht bei seiner gestressten Frau Hannah, die ihn auffordert, weniger zu hadern und sich mit dem zu arrangieren, was das Leben gerade anbietet. Und so macht Totila weiter seine Arbeit, unterstützt von der überdrehten, exzentrischen Zazie. Die jedoch scheint ihre ganz eigene Agenda zu haben - eine Agenda, die eng mit Totilas Herkunft und seinem wohlgehüteten Familiengeheimnis verknüpft ist.
Hintergrundinformationen: Mitten in seiner tiefsten Lebenskrise gerät der Holocaust-Forscher Toto an die französische Assistentin Zazie, jüdischer Herkunft und mit ausgeprägter Teutonen-Phobie: Eine aberwitzige Geschichte über die Frage, was passiert, wenn der deutsche Völkermord von Leuten erforscht wird, die emotional labil, durch Herkunft und Lebensart auf unvereinbare Weise getrennt und dennoch ineinander verliebt sind. Chris Kraus schuf mit seinem zwischen Komik und Tragik balancierenden Film eine der Geschichten, "die um Schuld und Nicht-Schuld kreisen und dem manchmal winzigen Spalt dazwischen" . Er versammelte dafür ein hervorragendes Ensemble, allen voran die Hauptdarsteller Lars Eidinger, Adèle Haenel, Hannah Herzsprung und Jan-Josef Liefers. Dafür gab es u. a. den Grand Prix beim 29. Tokyo International Film Festival.