Maurice

Sendezeit: 20:15 - 22:30, 25.10.2021
Genre: Dramafilme
  • Darsteller: James Wilby (Maurice Hall), Hugh Grant (Clive Durham), Rupert Graves (Alec Scudder), Denholm Elliott (Arzt Dr. Barry), Ben Kingsley (Lasker-Jones), Simon Callow (Mr. Ducie), Billie Whitelaw (Mrs. Hall), Barry Forster (Dean Cornwallis), Judy Parfitt (Mrs. Durham), Phoebe Nicholls (Anne Durham)
  • Drehbuch: James Ivory, Kit Hesketh-Harvey
  • Regie: James Ivory
  • Kamera: Pierre Lhomme
  • Musik: Richard Robbins
  • Produzent: Ismail Merchant, Paul Bradley
  • Andere Personen: E.M. Forster, Katherine Wenning
Großbritannien (1987) England im Jahr 1909: Maurice beginnt sein Studium an der altehrwürdigen Universität von Cambridge. Als er den smarten Clive kennenlernt, verliebt er sich Hals über Kopf in ihn. Auf Wunsch von Clive bleibt die Beziehung jedoch rein platonisch, da er sich vor gesellschaftlicher Ächtung fürchtet.
Auch nach dem Studium halten die Freunde engen Kontakt. Dies ändert sich schlagartig, als ein gemeinsamer homosexueller Bekannter wegen Sittenverstoßes verhaftet und zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt wird. Aus Angst vor einem ähnlichen Schicksal distanziert sich Clive von Maurice und flüchtet sich in eine standesgemäße Heirat. Maurice versucht, seinen homosexuellen Neigungen mit Hilfe eines Hypnotiseurs zu entkommen - doch erfolglos. Er erkennt, dass er sich seinen Gefühlen stellen muss, und gibt sich den Annäherungsversuchen von Clives Jagdgehilfen Alec hin. Es entwickelt sich eine leidenschaftliche Liebesbeziehung zwischen den beiden Männern. Maurice glaubt, sein Glück gefunden zu haben. Doch dann gesteht Alec ihm, dass er mit seiner Familie nach Argentinien auswandern wird.
Hintergrundinformationen: Gut ein Jahr nach dem Erfolg von "Zimmer mit Aussicht" (1985) verfilmte James Ivory erneut einen Roman von E.M. Forster. Dieser beschreibt die Zwänge und Repressionen des britischen Sittenkodex zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die brisante Geschichte der Selbstfindung eines jungen homosexuellen Mannes in einer Zeit, in der Homosexualität als Sittenwidrigkeit geahndet wurde, hat starke autobiografische Züge. Nicht ohne Grund hielt Forster den im Jahr 1914 vollendeten Roman ein halbes Jahrhundert vor der Öffentlichkeit geheim und verfügte dessen posthume Veröffentlichung. Regisseur James Ivory gelingt es, Maurices innere Zerrissenheit in bewegenden Bildern und Dialogen zum Ausdruck zu bringen. Das Ergebnis ist eine berührende Liebesgeschichte, für die Ivory 1987 in Venedig mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnet wurde.