Toni Erdmann

Sendezeit: 22:30 - 01:05, 02.12.2021
Genre: Dramafilme
  • Hörfilm, Sendung mit akustischer Bildbeschreibung
  • Untertitel für die Sendung verfügbar
  • Darsteller: Sandra Hüller (Ines), Peter Simonischek (Winfried), Michael Wittenborn (Henneberg), Thomas Loibl (Gerald), Trystan Pütter (Tim), Ingrid Bisu (Anca), Hadewych Minis (Tatjana), Lucy Russell (Steph)
  • Drehbuch: Maren Ade
  • Regie: Maren Ade
  • Kamera: Patrick Orth
  • Produzent: Janine Jackowski, Jonas Dornbach, Maren Ade
  • Andere Personen: Heike Parplies, Silke Fischer, Patrick Veigel
  • Kostueme: Gitti Fuchs
  • Redaktion: Ulrich Herrmann, Andrea Hanke, Georg Steinert
  • Szenenbild: Silke Fischer
Deutschland / Österreich (2016) Was tun, wenn man als Vater seiner entfremdeten Tochter wieder näherkommen will? Für den pensionierten, allein lebenden Musiklehrer Winfried scheint die Antwort offensichtlich: Man stattet ihr unangekündigt einen Besuch in ihrer seriösen Unternehmensberatung in Bukarest ab, zur Not mit Scherzgebiss und Sonnenbrille verkleidet.
Winfried ist ein Alt-68er mit einem Humor, der nicht jedem zugänglich ist. Seine Tochter Ines hingegen versucht seit Jahren, sich als ernstzunehmende Karrierefrau in einer Männerdomäne zu behaupten. Schnell ist klar, bei diesem Vater-Tochter-Gespann prallen nicht nur unterschiedliche Lebenskonzepte, sondern ganze Welten aufeinander.
Wenig begeistert von dem Ein-Mann-Überfallkommando schleppt Ines ihren Vater widerwillig mit zu Businessempfängen und Massageterminen, doch wie zu erwarten kann von einer Annäherung zwischen den beiden kaum die Rede sein. Winfried versteht Ines und ihr leistungsorientiertes Leben einfach nicht und macht daraus auch keinen Hehl. Es kommt zum Eklat, doch statt wie angekündigt Bukarest zu verlassen, tritt Winfried nun plötzlich als sein schillerndes Alter Ego Toni Erdmann in Erscheinung. Mit schiefem Gebiss, schlechtem Anzug und Perücke ist Toni wilder und mutiger als sein Schöpfer und nimmt kein Blatt vor den Mund. Er mischt sich in Ines' Berufsleben ein mit der Behauptung, der Coach ihres Chefs zu sein. Überraschend lässt sich Ines auf das Spiel ein und Vater und Tochter machen eine verblüffende Entdeckung: Je härter sie aneinandergeraten, desto näher kommen sie sich.
Hintergrundinformationen: Maren Ades ungewöhnliche Tragikomödie erzählt von einem umgekehrten Generationenkonflikt: Hier sind es nicht die Jungen, die gegen die verknöchert-verspießerten Alten aufbegehren, sondern es ist die "goldene" bundesdeutsche Nachkriegsgeneration, die den im globalisierten Verdrängungswettkampf gestählten Kindern rät, sich mal locker zu machen. Regisseurin Maren Ades HFF-München-Abschlussfilm "Der Wald vor lauter Bäumen" wurde bereits auf einer Vielzahl internationaler Festivals gezeigt und erhielt unter anderem den Spezialpreis der Jury des Sundance Film Festivals 2005. Ihr zweiter Spielfilm "Alle anderen" hatte seine Uraufführung im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele Berlin 2009 und wurde dort mit dem Großen Preis der Jury und mit dem Silbernen Bären für Birgit Minichmayr als bester Darstellerin ausgezeichnet. Ades dritter Film "Toni Erdmann" wurde sowohl von der Kritik als auch vom Publikum begeistert aufgenommen. Der Film gewann eine Vielzahl nationaler und internationaler Preise. Unter anderen erhielt er 2017 sechs Deutsche Filmpreise in den Kategorien Bester Spielfilm, Bester Hauptdarsteller, Beste Hauptdarstellerin, Beste Regie, Bestes Drehbuch und Bester Schnitt. Bei den Europäischen Filmpreisen 2016 wurde er als bester Film, für die beste Regie, das beste Drehbuch und die besten Darsteller ausgezeichnet. Des Weiteren war er 2017 bei den Oscars, den Golden Globes und den Césars als bester fremdsprachiger Film nominiert.