Berlin - Schicksalsjahre einer Stadt, Das Jahr 2001

Sendezeit: 20:30 - 22:00, 18.06.2022
Genre: Zeitgeschichte
  • Untertitel für die Sendung verfügbar
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  • Von: Lutz Pehnert
(2019) 2001, das Jahr, in dem die New Yorker Terroranschläge das Leben auch in Berlin zum Stillstand bringen. Der gebürtige Ost-Berliner Alexander Osang, damals Korrespondent des Magazins "Der Spiegel" in New York, berichtet, wie er dem Inferno ganz nahe kam und dieser Tag sein Leben veränderte. Der Bankenskandal erschüttert das politische Berlin und verschuldet die Stadt noch weiter - milliardenschwer. Die Affäre um Filz, Fehlinvestitionen und Risikokredite führt zum Sturz des Langzeit-Regierenden Eberhard Diepgen. Klaus Wowereit erinnert sich an seine Wahl zu dessen Nachfolger und sein Outing mit dem berühmten Satz "ich bin schwul und das ist auch gut so". An den Börsen platzt die "Dotcom-Blase" - auch die Aktien des Berliner Multimedia-Unternehmens Pixelpark stürzen ab. Projektmanagerin Christane Stöhr erinnert sich an Aufstieg und Absturz des Vorzeige-Start-Ups. Schauspielerin Katrin Sass feiert 2001 ein grandioses Comeback: Drei Jahre lang hat sie nach einem Alkohol-Absturz pausiert. Jetzt gewinnt sie für ihre Rolle im Film "Heidi M." den Deutschen Filmpreis. Katrin Sass erzählt von ihrer Alkohol-Beichte in einer Late-Night Show und das Glück einer zweiten Chance. Mit der Einweihung des neuen Bundeskanzleramts durch Gerhard Schröder im Spreebogen wird der Regierungsumzug von Bonn nach Berlin abgeschlossen.
Hintergrundinformationen: Eine TV-Chronik der Superlative über fünf Jahrzehnte: Die Reihe "Berlin - Schicksalsjahre einer Stadt" erzählt Berliner Geschichte. Jedes Jahr in 90 Minuten, ein Kaleidoskop der Themen, die die Berlinerinnen und Berliner bewegten. Die fünfte Staffel über die 2000er Jahre zeigt eine Stadt im rasanten Wandel. Aufbruch ins Ungewisse: Quo vadis, Berlin? Als deutsche Hauptstadt ist Berlin auch Bühne der Weltpolitik - und wird weltweiter Mythos, nicht nur in Sachen Nachtleben. Die D-Mark geht, der Euro kommt, doch die Finanzlage der Stadt bleibt katastrophal. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit fasst das Berliner Lebensgefühl der Dekade in einen griffigen Slogan: "Arm, aber sexy". Doch die Arbeitslosigkeit steigt auf Rekordhöhen - nirgends in Deutschland ist der Anteil an Hartz-IV-Empfängern höher. Die 2000er sind Jahre der allgemeinen Verunsicherung: Die Terroranschläge vom 11.September erschüttern auch die Berliner, die Stadt streitet über "Parallelgesellschaften" und beklagt einen "Ehrenmord". Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 erlebt Berlin sein "Sommermärchen" - Beginn eines Aufschwungs, der bis heute anhält. Die Touristenzahlen steigen, aber auch die Mieten: Berlin ist Boomtown und Betongold. Und im neuen Jahrtausend mehr denn je: Weltstadt und Kiez, gelebte Wiedervereinigung - Schauplatz kleiner und großer Geschichten in einer sich globalisierenden Welt.

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