Der Super-Wall: Chinas Große Mauer, Das Erwachen des steinernen Drachen

Sendezeit: 22:20 - 23:05, 13.10.2022
Genre: Kunst und Kultur, Episode 1
  • Untertitel für die Sendung verfügbar
Deutschland (2007) Sie ist Stein gewordener Zeuge der Macht Chinas, Schauplatz von Mythen und Quelle unzähliger Legenden: die Große Mauer. In der Liste der Weltwunder sucht man sie vergeblich. Trotzdem ist sie eines der großen Wunderwerke der Menschheit. Ihre Geschichte beginnt weit vor unserer Zeitrechnung und ist bis heute nicht zu Ende geschrieben. Was ist über die Mauer bekannt? Sie ist der Schlüssel zum Verständnis chinesischer Kultur. Es ist erstaunlich, wie wenig Verlässliches man über dieses Monument weiß. Niemand hat es je vermessen, sein Alter ist ungewiss, seine Erbauer sind so gut wie unbekannt. Und doch wurde die Große Mauer zum Mythos, zum Sinnbild für die turbulenten Beziehungen Chinas zu seinen nördlichen Nachbarn und dem Rest der Welt. Doch eins ist heute gewiss: Die Große Mauer als einheitliche Verteidigungsanlage existiert nicht. Chinas Super-Wall: Das ist eine Vielzahl von Mauern und Bollwerken, errichtet in verschiedenen Epochen und zum Teil funktionslos. Zwei wichtige Bauphasen stehen für die friedlichen und feindlichen Auswirkungen des Mauerbaus: die Anfänge der Han-Zeit (202 vor Christus bis 8 nach Christus) und die der Ming-Dynastie (1368 bis 1644), in der die Mauer das Gesicht bekam, das wir kennen. Abenteuer Große Mauer: Im März 1907 kämpft sich der britische Forscher und Abenteurer Aurel Stein mit einer Kamelkarawane durch die Wüste Taklamakan. Plötzlich fesseln gewaltige Lehmruinen seine Aufmerksamkeit: Es ist das Jadetor, Yumenguan, der westlichste Punkt eines über 2000 Jahre alten Verbindungswalls. Zum Teil sind die Mauern, die aus Stroh und Lehm erbaut wurden, als solche kaum noch erkennbar. Doch die Festung, ein wuchtiger Lehmklotz, muss einmal von großer Bedeutung gewesen sein. Schon Aurel Stein wusste, dass hier die berühmte Seidenstraße entlangführte. Was oder wen sollten einst die Mauern in dieser Einöde schützen? Wir blicken zurück in die Jahre um 160 vor Christus. Seit Jahrhunderten schon überfallen kriegerische Nomaden aus dem Norden chinesische Siedlungen. Chinas "Beschwichtigungspolitik", die "Barbaren" mit Geschenken fernzuhalten, war teuer und fruchtete nicht. Außerdem gefährdete sie die Stabilität des Reiches und brachte die Herrschaft der Han-Kaiser selbst in Gefahr. Der Unterschied konnte zudem größer nicht sein. Dort wilde, umherschweifende Reiter; hier eine sesshafte Bevölkerung, deren Leben detailliert geregelt war. Zentrum der Zivilisation, das war China. Kaiser Wudi beschloss nach einem Feldzug gegen die "brüllenden Barbaren", den Rat einer seiner Generäle anzunehmen und gegen die Feinde eine Mauer zu bauen. Man begann an jener Stelle, an der Aurel Stein fast 2000 Jahre später die Ruinen des Jadetores fand. Tausende von Zwangsarbeitern wurden in Chinas Nordwesten geschickt, viele mussten ihr Leben lassen. Niemand kennt ihre Namen. Der Bauer Zheng Bao steht im Film stellvertretend für sie alle. Das Bauwerk der Han zerfiel zu Staub, nachfolgende Dynastien errichteten ihre eigenen Wälle - bis zur Errichtung der steinernen Mauer, die zur Ikone Chinas wurde. Darüber berichtet der zweite Teil von "Chinas Super-Wall". Durch die enge Kooperation mit CCTV, Beijing, wurden faszinierende Aufnahmen in Regionen möglich, die normalerweise nicht zugänglich sind. Spielszenen geben Einblicke in das Leben in China vor 2000 Jahren. Aufwendige Computeranimationen veranschaulichen die Techniken des Mauerbaus, Archäologen und Wissenschaftler berichten von den neuesten Erkenntnissen über ein Bauwerk, das heute zur Touristenattraktion geworden ist.

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