Planet Wissen, Massenmord in Kliniken: Euthanasie im Dritten Reich

Sendezeit: 10:55 - 11:55, 26.01.2023
Genre: Weitere Inforeportagen
  • Untertitel für die Sendung verfügbar
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  • Moderator: Dennis Wilms, Birgit Klaus
  • Redaktion: Birgit Keller-Reddemann
Deutschland (2002) An dem Tag, an dem der Zweite Weltkrieg begann, ordnete Hitler auch die Ermordung von Kranken und Menschen mit Behinderung an. Mehr als 70.000 Patientinnen und Patienten aus Heil- und Pflegeanstalten fielen der Euthanasie-Aktion T4 zum Opfer. Dazu kamen viele weitere tausend Menschen außerhalb von Einrichtungen. Die Opfer der Euthanasie-Verbrechen wurden lange Zeit totgeschwiegen. Inzwischen sind viele Namen und Schicksale bekannt - auch weil sich Angehörige auf die Suche nach ihren ermordeten Vätern, Müttern, Onkel, Tanten und Großeltern gemacht haben.
Zu Gast im Studio:
Der Historiker und Politologe Thomas Stöckle hat sich schon als Student mit den Euthanasie-Verbrechen befasst. Inzwischen hat er mehrere Bücher zum Thema geschrieben. Seit 2000 leitet er außerdem die Gedenkstätte Grafeneck auf der Schwäbischen Alb. Die ehemalige Heil- und Pflegeanstalt war die größte Tötungsfabrik im T4-Programm der Nationalsozialisten.
Sigrid Falkenstein hat großen Anteil daran, dass nach Jahrzehnten des Vergessens und Verschweigens ein zentraler Gedenk- und Informationsort in Berlin an die Opfer der Euthanasie-Verbrechen erinnert. Auslöser für ihr Engagement ist das Schicksal ihrer Tante Anna, deren Name sie 2003 per Zufall auf einer Liste von Euthanasie-Opfern entdeckte. Die 24-jährige Anna wurde in der Gaskammer in Grafeneck ermordet.

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