Adolf Kanter - Der Spion der zu viel wusste

Sendezeit: 22:30 - 23:15, 04.04.2024
Genre: Zeitgeschichte
  • Von: Claus Räfle
Deutschland (2022) Der Flick-Skandal erschütterte 1981 die Republik, nachdem enthüllt worden war, dass sich die Spitzen der Politik von einem Industriemagnaten hatten schmieren lassen. Es folgte der Versuch, durch ein Amnestiegesetzt die Beschuldigten vor Strafverfolgung zu schützen. Unvergessen ist der sog. "Blackout" des Bundeskanzlers Helmuth Kohl vor dem Bundestags-Untersuchungsausschuss zur Flick-Affäre. Fünf Jahre nach der Wiedervereinigung stand ein Mann wegen schwerer geheimdienstlicher Tätigkeit für die DDR vor Gericht.: Adolf Josef Kanter. Doch der Top-Spion kam glimpflich davon: Zwei Jahre auf Bewährung. Was steckte dahinter? Kanter war nicht irgendwer: Er war derjenige, der im Auftrag vom Flick-Bevollmächtigten Eberhard von Brauchitsch die Schmiergelder an Spitzenpolitiker organisiert hatte. Denn der aus der Eifel stammende DDR-Spion Kanter war Prokurist der Firma Flick und rechte Hand von Brauchitschs. Von Beginn an wusste die DDR-Führung über die Schmiergeldzahlungen an westdeutsche Politiker Bescheid. Markus Wolf, legendärer Kopf der DDR-Auslandsspionage, sagte später, Kanter sei sein bester Mann in Bonn gewesen, und nicht der Kanzleramtsspion Günter Guillaume.

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