Wo in Paris die Sonne aufgeht

Sendezeit: 22:50 - 00:30, 19.11.2025
Genre: Dramafilme
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  • Darsteller: Lucie Zhang (Emilie), Makita Samba (Camille), Noémie Merlant (Nora), Jehnny Beth (Amber Sweet), Océane Caïraty (Stéphanie), Anaïde Rozam (Leïla), Xing Xing Cheng (Emilies Großmutter)
  • Drehbuch: Céline Sciamma, Léa Mysius, Jacques Audiard
  • Regie: Jacques Audiard
  • Kamera: Paul Guilhaume
  • Musik: Rone, Pierre-Marie Dru
  • Produzent: Valérie Schermann
  • Andere Personen: Adrian Tomine, Juliette Welfling
Frankreich (2021) In Audiards Film geht es um die Einsamkeit dreier Menschen in der eintönigen, grauen Umgebung einer modernen Großstadt.
Emilie, eine junge Französin mit chinesischen Wurzeln, wohnt allein in der Wohnung ihrer Großmutter in Paris. Um neben ihrem schlecht bezahlten Job im Kundenservice einer Telefongesellschaft etwas Geld zu verdienen, sucht sie eine Mitbewohnerin. Auf ihre Anzeige antwortet Camille, der mit seinem geschlechtsneutralen Namen Emilie zunächst nicht als Mann erscheint. Ihre erste Begegnung endet in Emilies Bett, woraufhin Camille direkt bei ihr einzieht. Der bindungsunfähige Gymnasiallehrer verbringt seine Freizeit mit literarischen Beschäftigungen und unverbindlichen Liebesbeziehungen. Sein Verhältnis zu Emilie leidet bald darunter, als sie anfängt, Gefühle für ihn zu entwickeln.
Gleichzeitig zieht Nora neu ein. Auf der Flucht vor einer Beziehung mit einem geheimnisvollen Mann beginnt sie im Alter von 33 Jahren ein Jura-Studium an der Sorbonne, um ein neues Kapitel ihres Lebens aufzuschlagen. Aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit einer Pornodarstellerin namens Amber wird sie schnell Opfer von Belästigungen. Nora bricht das Studium ab. In ihrer Verzweiflung kontaktiert sie über das Internet ihre Doppelgängerin und beginnt, für private Treffen zu bezahlen.
Die Wege von Emilie, Camille und Nora kreuzen sich auf ihrer ewigen Flucht. Anhand einer virtuosen Schwarz-Weiß-Bildgestaltung erforscht Jacques Audiard heutige Verhaltensweisen, die dazu dienen, eine innere Leere zu füllen.
Hintergrundinformationen: Jacques Audiards Film basiert auf einer Sammlung von Kurzgeschichten des New Yorker Cartoonzeichners Adrian Tomine. Das Drehbuch schrieb Audiard gemeinsam mit den preisgekrönten Autorinnen und Regisseurinnen Léa Mysius ("Im Schatten von Roubaix") und Céline Sciamma ("Porträt einer jungen Frau in Flammen"). Der Film feierte im Juli 2021 im Wettbewerb des Filmfestivals von Cannes Premiere. Den Abspann begleitet eine englische Neuinterpretation des Lieds "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt", das Marlene Dietrich ursprünglich in "Der blaue Engel" (1930) sang.