Dalva

Sendezeit: 23:20 - 00:45, 26.11.2025
Genre: Dramafilme
  • Untertitel für die Sendung verfügbar
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  • Darsteller: Zelda Samson (Dalva), Alexis Manenti (Jayden), Marie Denarnaud (Zora), Fanta Guirassy (Samia), Jean-Louis Coulloc'h (Jacques), Sandrine Blancke (Marina)
  • Drehbuch: Emmanuelle Nicot
  • Regie: Emmanuelle Nicot
  • Kamera: Caroline Guimbal
  • Musik: Frédéric Alvarez
  • Produzent: Julie Esparbes, Delphine Schmit
  • Andere Personen: Suzana Pedro
Belgien (2021) Innerhalb einer Nacht bricht Dalvas Welt zusammen: Die Polizei dringt in die Wohnung ein und das zwölfjährige Mädchen wird in ein Heim gebracht. Zuerst versteht Dalva nicht, warum sie dort ist, wozu sie bleiben soll und was sie mit den anderen Pflegekindern gemein hat: Sie sieht sich nicht als Kind, sondern als Frau.
Die Erklärung ihres Erziehers und einer Anwältin, dass sie sich zu ihrem Schutz an ein neues Leben ohne ihren Vater gewöhnen soll, weist sie vehement zurück. Auch ihre Mutter, die nach Jahren wieder auftaucht und laut dem Vater die Familie verlassen hatte, will Dalva nicht sehen. Nachdem sie lange die Realität geleugnet hat, erkennt sie schließlich, dass sie missbraucht wurde. Im Zusammenleben mit anderen traumatisierten Kindern, dank der Freundschaft ihrer Zimmergenossin Samia und unter der wohlwollenden Aufsicht ihres Erziehers Jayden schlägt das junge Mädchen den langwierigen Weg der seelischen Genesung ein.
Emmanuelle Nicot erzählt feinfühlig eine Geschichte von Resilienz. Die schwerwiegenden Tatbestände von Inzest und Pädophilie beschreibt sie aus der Perspektive des jungen Opfers. Dadurch dreht sie das bekanntere Narrativ aus Nabokovs "Lolita" um und zeigt, wie stark die emotionale Abhängigkeit zu einer gefährlichen Bezugsperson sein kann, wenn man zu jung ist, um den Missbrauch zu verstehen.
Hintergrundinformationen: Für die Besetzung der Hauptfigur hat sich Regisseurin Emmanuelle Nicot auf Laiendarstellerinnen konzentriert. Die junge Zelda Samson liefert eine bewegende Darstellung der Titelfigur; Dalvas ambivalente Gefühle und ihre Verdrängung der Realität sind greifbar und berührend. Der Film wurde von der Kritik lobend aufgenommen und 2022 in Cannes mit dem FIPRESCI-Preis sowie dem Schauspiel-Nachwuchspreis der Fondation Louis Roederer für Zelda Samson ausgezeichnet.