Deutschland (2025)
80 Jahre nach dem Holocaust gibt es immer weniger Zeitzeugen. Wie kann die Erinnerung an die Shoah überleben? Welche Rolle spielt TikTok? Spricht man in Zukunft mit virtuellen Zeitzeugen? Gidon Lev ist Holocaust-Überlebender. Lange konnte der 89-Jährige nicht über seine Kindheit in Theresienstadt sprechen. Heute kämpft er gegen das Vergessen. Mit seiner Lebensgefährtin Julie Grey dreht er Videos für TikTok, in denen er von seiner Vergangenheit erzählt, aber auch fröhlich tanzt, denn Gidon ist ein "hoffnungsvoller Optimist".
Holocaust auf TikTok? In Deutschland haben sich jüdische Institutionen und Gedenkstätten mit TikTok Germany zusammengetan, um junge Zielgruppen zu erreichen. In Workshops werden Creator geschult. Eine von ihnen ist Marie Zachger. Die Studentin dreht Kurzvideos über das KZ Neuengamme und die tragischen Geschichten dahinter.
Auf junge Menschen, die die Erinnerung weitertragen, setzt auch das Mémorial de la Shoah in Paris. Noch kann die Auschwitz-Überlebende Esther Senot Schülerinnen und Schülern selbst ihre Geschichte erzählen. In Zukunft werden das sogenannte Erinnerungs-Botschafter übernehmen.
In Potsdam-Babelsberg wird daran gearbeitet, dass es auch in Zukunft noch Zeitzeugen gibt: virtuelle! Die Firma Volucap filmt Holocaust-Überlebende mit Rundumkameras und erstellt dreidimensionale Avatare von ihnen. Die 94-jährige Ruth Winkelmann ist eine von ihnen. In Frankfurt können Schulklassen virtuelle Zeitzeugen sogar interaktiv befragen.
Welche Chancen und Risiken bieten digitale Erinnerung und künstliche Intelligenz? "TWIST" spricht darüber mit Deborah Schnabel von der Bildungsstätte Anne Frank. Sind damit auch Desinformation und Geschichtsverzerrung Tür und Tor geöffnet?
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