Brecht, Die Liebe dauert oder dauert nicht

Sendezeit: 20:15 - 21:45, 22.03.2019
Genre: Dokumentarfilm
  • Hörfilm, Sendung mit akustischer Bildbeschreibung
  • Untertitel für die Sendung verfügbar
  • Darsteller: Tom Schilling (Bertolt Brecht 1916-1933), Burghart Klaußner (Bertolt Brecht 1940-1956), Lou Strenger (Helene Weigel 1920-1933), Adele Neuhauser (Helene Weigel 1940-1966), Manuel Zschunke (Arnolt Bronnen), Mala Emde (Paula Banholzer)
  • Drehbuch: Heinrich Breloer
  • Regie: Heinrich Breloer
  • Kamera: Gernot Roll
  • Musik: Hans P. Ströer
  • Produzent: Corinna Eich, Jan S. Kaiser
  • Andere Personen: Claudia Wolscht, Christoph Kanter, Miroslav Pibil
  • Kostueme: Ute Paffendorf
  • Redaktion: Barbara Buhl, Cornelia Ackers, Sandra Maria Dujmovic, Christian Granderath, Andreas Schreitmüller
  • Szenenbild: Christoph Kanter
Deutschland (2018) "In diesem kleinen unscheinbaren Menschen dort, da schlägt das Herz unserer Zeit." Diese Einschätzung Bertolt Brechts stammt von dessen Zeitgenossen und Freund, dem Theaterautor Arnolt Bronnen, und beschreibt sehr eindrücklich die Anziehungskraft, die von dem deutschen Dramatiker ausgegangen sein muss.
Gleich zu Beginn des ersten Teils des TV-Zweiteilers sorgt der jugendliche Brecht zur Zeit des Ersten Weltkriegs für Aufruhr, indem er in einem Schulaufsatz die Ehrung des Heldentods im Krieg zur "Zweckpropaganda" ernennt. Nur knapp entrinnt er danach dem Schulverweis und damit der Einberufung an die Front. Schnell wird klar, dass sich der Dramatiker bereits in jungen Jahren zu Höherem berufen fühlt und für sich das Selbstverständnis eines Dichters und Denkers in der Tradition von Goethe und Schiller beansprucht. Schon wenige Jahre später wird in der Theaterwelt seine Selbsteinschätzung mit dem Erfolg von "Trommeln in der Nacht" an den Münchner Kammerspielen bestätigt. Aber auch gegenüber der Damenwelt kommen ihm seine Selbstsicherheit und Redegewandtheit zugute. Auf dem Weg zum Erfolg bleibt sein Privatleben bis zum Schluss turbulent. Denn bei Brecht dauert die Liebe oder dauert nicht ...
Hintergrundinformationen: Heinrich Breloer hat das Genre Doku-Drama maßgeblich geprägt. Seine großen Mehrteiler wie "Todesspiel", "Die Manns - Ein Jahrhundertroman", "Speer und er" und sein Kinofilm "Buddenbrooks" überzeugten sowohl die Kritik als auch das Publikum. Breloer erhielt zahlreiche Preise, unter anderem den Grimme-Preis und den Deutschen Fernsehpreis. 2002 erhielt seine Produktion "Die Manns" außerdem den Internationalen Emmy. Bereits Ende der 1970er Jahre hatte Breloer für eine Fernsehdokumentation Gespräche mit Zeitzeugen geführt, unter anderem auch mit Brechts erster Liebe Paula Banholzer. Für den aktuellen Film kamen zahlreiche Interviews mit Mitarbeitern und Wegbegleitern Brechts hinzu. Zusammen mit dokumentarischem Material aus den Archiven und intensiven Recherchen vervollständigen sie das Doku-Drama.