Geheime Staatsaffären

Sendezeit: 20:15 - 22:00, 20.09.2020
Genre: Dramafilme
  • Darsteller: Isabelle Huppert (Jeanne Charmant-Killman), François Berléand (Michel Humeau), Patrick Bruel (Jacques Sibaud), Robin Renucci (Philippe Charmant-Killman), Marilyne Canto (Erika), Thomas Chabrol (Félix), Jean-François Balmer (Boldi), Pierre Vernier (Martino)
  • Drehbuch: Odile Barski, Claude Chabrol
  • Regie: Claude Chabrol
  • Kamera: Eduardo Serra
  • Musik: Matthieu Chabrol
  • Produzent: Patrick Godeau
  • Andere Personen: Monique Fardoulis
Deutschland / Frankreich (2005) Piranha wird sie genannt. Die Ermittlungsrichterin Jeanne Charmant-Killman ist im Begriff, den größten Fall ihrer Karriere vor Gericht zu bringen, eine gigantische Korruptionsaffäre, in die hochrangige Politiker verwickelt sind. Es geht bei dem komplexen Fall um Veruntreuung und Zweckentfremdung öffentlicher Finanzmittel und letztendlich um die Anklage gegen den Vorstandsvorsitzenden eines mächtigen Industriekonzerns. Je weiter sie mit ihren Untersuchungen vorankommt und je tiefer ihre Fragen dringen, umso bewusster wird sie sich ihrer Macht. Je mehr Geheimnisse sie lüftet, umso größer werden ihre Möglichkeiten, Druck ausüben zu können. Zur gleichen Zeit - und aus den gleichen Gründen - gerät ihr Privatleben in eine Krise. Denn ihr Mann will sie nicht mit irgendwelchen Fällen und Informanten teilen und kann nicht ertragen, dass die Arbeit sie verändert hat.
Binnen kurzem sieht sie sich mit zwei vitalen Fragen konfrontiert, denen sie nicht ausweichen kann: Wie weit kann sie ihre Macht noch ausdehnen, ehe sie auf Stärkere trifft? Und wie lange kann ein normaler Mensch diese Macht ertragen, ohne sich an ihr zu berauschen?
Hintergrundinformationen: "Dieser Film erhebt nicht den Anspruch, ein konkretes Zeitgeschehen wiederzugeben." So wird der Politthriller von Regie-Altmeister Claude Chabrol eröffnet. Auch wenn der Vergleich mit der Staatsaffäre um die Manager von Elf Aquitaine auf der Hand liegt, die während Mitterrands zweiter Amtszeit über dreihundert Millionen Euro veruntreuten, ist dieser Anfang kein Bluff. Es geht Chabrol nicht um die Abbildung von Strukturen, sondern um das Psychogramm einer Frau, die der gefährlichen Droge Macht verfällt - und wer könnte dies mit besserer Charakterarbeit leisten als seine Lieblingsschauspielerin Isabelle Huppert?