Wildes Patagonien - Leben zwischen Feuer und Eis

Sendezeit: 20:15 - 21:50, 21.09.2020
Genre: Dokumentation
  • Untertitel für die Sendung verfügbar
  • 100% gefällt diese Sendung
  • Bearbeitung: Jutta Karger
  • Von: Nick Smith-Baker, Tuppence Stone, Evie Wright
Patagonien im Süden Südamerikas gehört zu den am spärlichsten besiedelten Gebieten der Welt. Im Reich des Kondors, der Pinguine und der Guanakos diktiert unverfälschte Natur das Geschehen.
Hier gilt uneingeschränkt das Gesetz der Wildnis: mit all seiner Härte, aber auch mit seinen unverhofften Möglichkeiten. Die Dokumentation gibt bemerkenswerte Einblicke in die vielfältigen Lebensräume und Gewohnheiten uns fremder Tierarten.
Sie folgt den Spuren des Windes, den die Einheimischen den "Besen Gottes" nennen: von den Andengipfeln über versteinerte Baumstämme, Strauch- und Grassteppen, Steinwüsten, Eisflächen, Lavafelder und wüstenartige Küstenstreifen bis zur windgepeitschten Atlantikküste.
Die Region Patagonien liegt zum Teil in Chile und zum Teil in Argentinien. Die Anden geben hier den Ton an, ihre aktiven Vulkane formen die Landschaft immer neu, ihre über 4000 Meter hohen Gipfel bestimmen das Klima. Feuer und Eis sind die vorherrschenden Naturgewalten: Die Gletscher Patagoniens bilden - nach der Antarktis - die zweitgrößten zusammenhängenden Eisflächen der Südhalbkugel. Die Vulkane Patagoniens formen und verändern das Gesicht der Anden unablässig, und sie überziehen die Landschaft immer aufs Neue mit einer lebensfeindlichen Schicht aus Lava und heißer Asche.
Doch sogar unter diesen extremen Bedingungen hat sich Leben behauptet: Die Rinde der Chilenischen Araukarie ist feuerfest. So kann der Baum - der zu einer der ältesten Baumfamilien der Welt gehört - die Nährstoffe aus dem Boden holen, ohne in der Hitze umzukommen. Die bizarren Baumkronen der Araukarien mit ihren schuppenartigen Blättern bilden eine grüne Oase in dieser versengten Landschaft - und ihre fettreichen Samen locken Smaragdsittiche von weit her zum Festmahl.
An der Westseite der Anden versorgt das Schmelzwasser der Gletscher das Land mit reichlich Feuchtigkeit. Wildwasserbäche stürzen ungezügelt ins Tal. Im Süden Patagoniens liegt eine Provinz, die auf Spanisch den Namen "Ultima Esperanza", "Letzte Hoffnung", trägt. Wind und Wetter haben die Anden hier in die Knie gezwungen und eine verborgene Wildnis geschaffen, in der verwilderte Nachfahren der Pferde, die einst von europäischen Siedlern in die Neue Welt mitgebracht wurden, überlebt haben.
Das Kap Hoorn an der Südspitze Südamerikas ist berüchtigt für seine todbringenden Fluten. Wo Wetter und Wasser aus drei Ozeanen aufeinanderprallen, sind schon unzählige Schiffe in Seenot geraten, Hunderte untergegangen. Aber das Zusammentreffen dieser Wassermassen hat auch eine faszinierende Seite: Im Kap-Hoorn-Strom beginnt eine Nahrungskette, in der von der Sardelle bis zum See-Elefanten und von der Miesmuschel bis zum Felsenpinguin zahllose Lebewesen miteinander verbunden sind.
Gürteltiere, Vogelspinnen, Flamingos, Wale und Pinguine, verwilderte Pferde und die für ihre Wolle weltberühmten Schafe haben sich den Launen der Natur auf erstaunliche Art und mit teils skurrilen Verhaltensweisen angepasst. Muscheltaucher, Schafscherer und Gauchos, die Cowboys von Südamerika, nehmen lebensgefährliche Herausforderungen in Kauf, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Zwischen gefährlichen Fluten, lebensfeindlichen Arealen und einer der größten Mähnenrobben-Kolonien der Südhalbkugel ist das wilde Patagonien bis heute eine der spektakulärsten und unberührtesten Naturlandschaften der Erde.
In eindrucksvollen und starken Bildern präsentiert der Film die Zähigkeit und Anpassungsfähigkeit der Bewohnerinnen und Bewohner einer Region, die buchstäblich "im Bann von Feuer und Eis" gefangen ist.

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