Die Höhle der Löwen, Folge #10.05

Sendezeit: 20:15 - 22:40, 08.10.2021
Genre: Allgemeine Unterhaltung, Staffel 10 - Episode 5
  • 87% gefällt diese Sendung
  • Andere Personen: Dagmar Wöhrl, Nico Rosberg, Ralf Dümmel, Judith Williams, Georg Kofler, Carsten Maschmeyer, Nils Glagau
  • Moderator: Amiaz Habtu
Deutschland (2021) + "bluegreen"
+ "SHAVENT"
+ "Löwenkind"
+ "LYMB.iO "
+ "MyTaag"
+ "bluegreen"
SHAVENT aus München
Das Vater-Tochter-Gespann Armin Lutz Seidel (64) und Romy Lindenberg (37) widmet sich voller Leidenschaft dem Thema nachhaltige Körperpflege. Ihr Schwingkopf-Rasierer SHAVENT soll Plastikmüll vermeiden und dennoch den altbekannten Komfort bieten. Viele Menschen nutzen einen Nassrasierer, doch diese haben ein Problem: "Die Rasierer und ihre Wechselköpfe bestehen aus dem Material-Mix Metall, Plastik und Gummi. So sind sie nicht recyclebar und in keinster Weise nachhaltig", berichtet der Maschinenbau-Ingenieur und seine Tochter ergänzt: "Allein in Deutschland landen pro Jahr bis zu 500 Millionen Stück dieser Wechselköpfe im Müll. Das sind 3.000 Tonnen pro Jahr und das entspricht dem Gewicht der Freiheitsstatue in New York mal 13!" Die Alternativen wie Rasiermesser oder der Rasierhobel waren für Armin Lutz Seidel nicht die perfekte Lösung. Also baute er sich seinen eigenen Rasierapparat: SHAVENT, der plastikfreie Schwingkopf-Rasierer. Geeignet für Körper und Gesicht vereint er Design und Komfort mit konsequenter Nachhaltigkeit. "SHAVENT ist komplett aus Metall gefertigt, der geschwungene Griff mit den Rillen lässt den Rasierer gut in der Hand liegen und die drei eng zusammenliegenden Klingen sorgen für eine sichere und sanfte Rasur", erklärt der 64-Jährige. Der leichtgängige Schwingkopf soll sich perfekt Gesichts- und Körperkonturen anpassen und die Standardklingen sich einfach austauschen lassen. Nachdem die ersten Tests im Familienkreis bestanden wurden, meldeten sie die Idee zum Patent an, gründeten ihr Familienunternehmen und brachten SHAVENT auf den Markt. "Unser SHAVENT ist designed in Italy und made in Germany. Er findet bei unseren Kunden großen Anklang, wir kommen mit unseren Bestellungen kaum hinterher und sogar nach Japan hat es SHAVENT schon geschafft. Wir könnten dringend Löwen-Unterstützung gebrauchen, um unseren Bestellungen Herr zu werden", so Romy Lindenberg. Acht Prozent für 220.000 Euro bietet das Gründer-Duo den Investoren an. Wird es zu einem Deal kommen?
Löwenkind aus Laupheim
Simone Hilble (34), Tochter eines Heilpraktikers, war schon immer mit der Natur und ihren heilenden Kräften verbunden. "Mein Interesse an der heilenden Wirkung von Kräutern kam mir bei einem Schlüsselerlebnis, das ich vor vier Jahren mit meiner Tochter hatte, zugute. Deswegen gibt es jetzt Löwenkind." Als ihre Tochter mit einer Erkältung im Bett lag, legte sie sich ein Lavendel-Kra¨utersa¨ckchen neben das Kopfkissen und war erstaunt über die positive Wirkung. Da sich Emma im Schlaf jedoch viel bewegte, suchte Simone nach einer Lösung für ihre Tochter, damit sie sowohl nachts als auch tagsüber von der Wirkung der Kräuter profitieren konnte. Das Ergebnis: Löwenkind - eine Produktkombination zwischen einem Body und Heilkräuterpads, die bei den unterschiedlichen Kinder-Wehwehchen eigesetzt werden können. Der Body besteht aus 100 Prozent Bio-Baumwolle und einer speziellen Brusttasche, in der das Pad eingelegt werden kann. "So befindet es sich im perfekten Abstand zu den Atemwegen. Durch die Körperwärme des Kindes wird der Duft der Kräuter aktiviert und ganz natürlich über die Atemwege aufgenommen - ob beim Spielen, Schlafen oder Autofahren", erklärt die Gründerin. Das Löwenkind-Sortiment umfasst verschiedene Kräutermischungen, wie z.B. "Gute-Nacht", "Rotznäschen" oder "Wonnebäuchlein". Diese sollen bei typischen Leiden wie Schlafproblemen, Bauchschmerzen, Schnupfen, Zahnen, Reiseübelkeit oder innerer Unruhe die Babys und Kleinkinder unterstützen. Neben dem Body gibt es zusätzlich ein Halstuch mit integrierter Tasche, das für größere Kinder und Erwachsene geeignet ist. Bei der Umsetzung ihrer Produktideen wurde die gelernte Büro- und Hotelkauffrau von ihrem Vater und einer Apothekerin unterstützt. Bisher wird Löwenkind über die eigene Website verkauft, doch zukünftig möchte Simone Hilble neue Vertriebswege erschließen. Wird ein Löwe auf ihr Angebot von 130.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile eingehen?
LYMB.iO aus München
Das Ziel des Gründers von LYMB.iO, vormals FUN WITH BALLS, Markos Kern (38): "Wir wollen die Menschen so richtig zum Schwitzen bekommen und das mit jeder Menge Spaß!" Mit 38 Jahren kann er schon auf ein bewegtes und spannendes Leben blicken: Mit 20 Jahren gründete er seine erste eigene Firma, hat viele Events auf der ganzen Welt veranstaltet, Clubs in China designt, die erste Surfschule Nordkoreas gegründet und Kunstaktionen in der Antarktis durchgeführt. "Markos ist garantiert der aktivste Mensch, den ich jemals kennengelernt habe. Was er zu viel hat, haben viele Leute heutzutage zu wenig - nämlich Bewegung", so Ben Piltz (44, CTO). "Nicht erst seit der Corona-Pandemie steigen die Zahlen der inaktiven und übergewichtigen Menschen. Das möchten wir ändern und zu mehr Bewegung motivieren". Vor einigen Jahren haben sie MultiBall auf den Markt gebracht - eine 3x4 Meter große Touchwall für verschiedene Spiele und professionelles Training, wodurch Computerspiele mit echtem Sport verbunden werden. Ihre Systeme konnten sie bisher im B2B-Bereich in 30 Länder verkaufen, doch dann kam Corona und vor allem die Umsätze im Hotel- und Fitnessbereich brachen ein. "Aber jede Krise birgt auch eine Chance", ist Markos Kern überzeugt. "Wir haben die Zeit genutzt, um uns einer Idee zu widmen. Das relativ große MultiBall wollten wir so klein schrumpfen, dass es in jedes Wohnzimmer passt." Mit LYMB.iO präsentieren sie den Löwen eine 3D-Spielekonsole, die zusammen mit einem Projektor aus jeder Wand eine interaktive Spielfläche macht. "Unser eigenes Sensorsystem tastet die ganze Wand ab und die Motion-Tracking-Kamera erkennt die Spieler vor der Wand", erklärt der 38-Jährige. Aktuell beinhaltet das System 35 verschiedene Games für Spiel- und Sportanwendungen. Für den Ausbau der Software und Marketingmaßnahmen benötigen Markos Kern und Ben Piltz 1,6 Millionen Euro und bieten den Löwen dafür zehn Prozent ihrer Firmenanteile an.
MyTaag aus Hamburg
Davis Zöllner (17) und Berkay Cankiran (18) gehören zu den jüngsten Gründern Hamburgs und präsentieren den Löwen mit MyTaag die digitale Form des Kontaktaustausches. Weltweit werden jährlich zehn Milliarden Visitenkarten gedruckt, doch die Daten wie Mobilnummer und E-Mail-Adressen müssen immer noch zum Abspeichern in den eigenen Kontaktdaten abgetippt werden. "Das ist völlig unnötig. Die Kontaktdaten ändern sich mit der Zeit und es werden Unmengen an Papier verschwendet", weiß Berkay zu berichten. "80 Prozent der verteilten Visitenkarten werden nach wenigen Tagen wieder weggeschmissen." Die Lösung von Berkay und Davis: MyTaag - eine digitale Form der Visitenkarte, mit der man alle gewünschten Kontaktinformationen innerhalb von Sekunden teilen kann. "Dafür geht man einfach auf unsere Website mytaag.com, bestellt sich seine eigene Taag-Card und nach Erhalt der Karte muss man mit seinem Handy nur den QR-Code scannen und kann auf der Einrichtungsseite alle gewünschten Kontaktdaten hinterlegen", erklärt Davis. "Das Besondere daran ist, dass man auch alle seine Social-Media-Pofile verlinken und seine Kontaktinformationen jederzeit selbst bearbeiten kann." Wenn man nun sein Handy mit dem Taag oder Karte an das Handy vom Gegenüber hält, erfolgt unmittelbar die Datenübertragung und das Gegenüber kann die Informationen wie Name, Telefonnummer, Adresse oder Standort einfach in der Kontaktliste seines Handys abspeichern. Endkunden können ihr Produkt über ihren Webshop erwerben, zukünftig möchten sie ihren Fokus aber auf den B2B-Bereich legen und haben für Firmenkunden eine spezielle Software entwickelt. Um ihre Vertriebs- und Marketingmaßnahmen auszubauen, benötigen Davis Zöllner und Berkay Cankiran 50.000 Euro und bieten 30 Prozent ihrer Firmenanteile an
bluegreen aus Bisingen
Die beiden Gründer Karsten Gaedke (47) und Alexander Schulze (39) präsentieren den Investoren ihre Erfindung bluegreen, einen Aufsatz für die Dusche, mit dem man bis zu 50 Prozent Wasser einsparen können soll. Alexander Schulze liebt es, unter der Dusche zu entspannen, doch der Verbrauch von 120 Litern in zehn Minuten schockierte den 39-Jährigen: "Das sind 43.000 Liter Wasser pro Jahr nur allein für mich. So verschwenderisch wollte ich nicht sein, aber auf meine ausgedehnten Duschen wollte ich auch nicht verzichten." Und so kam Karsten Gaedke ins Spiel, der seit zehn Jahren im Sanitärhandel tätig ist. "Es gibt zwar bereits Wassersparer für die Dusche, doch die reduzieren lediglich die Durchflussmenge und damit leider auch den Wasserdruck. Es tröpfelt dann eher aus der Dusche und das gefällt keinem", so der 47-Jährige. Mit bluegreen soll sich das jetzt ändern. Der Wassersparer wird einfach zwischen Armatur und Duschschlauch angebracht. Durch den entstehenden Unterdruck wird durch eine kleine Öffnung an der Seite Luft angesaugt, mit dem Wasser verwirbelt und das Wasservolumen durch die Luft vergrößert. "Das hört sich relativ kompliziert an. Aber denken Sie an Mousse au Chocolat. Das Wasser wird fluffig und angenehm weich", erklärt Karsten Gaedke den Löwen. Mit bluegreen soll nicht nur rund 50 Prozent weniger Wasser verbraucht werden, sondern die Nutzer sparen damit auch eine Menge Geld. Eine vierköpfige Familie spart ca. 250 Euro im Jahr, ein Businesshotel mit 100 Betten ca. 9.000 Euro, rechnen die Gründer vor. Geht auch die Rechnung ihres Angebotes von 100.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile bei den Löwen auf? Oder erwartet das Gründer-Duo eine kalte Dusche?
Ein erstes Wiedersehen gibt es mit Frau Poppes aus Neu Wulmstorf. "Unseren Auftritt in der 'Höhle der Löwen' werde ich mein Leben lang nicht mehr vergessen. Das war einfach nur spitze", erinnert sich Angelika Poppe, die durch einen schweren Autounfall im Alter von 22 Jahren erblindet ist, an den Pitch vor den Investor:innen "Das war das i-Tüpfelchen für mein Leben. Ich habe viel geleistet und auf einmal war das wie eine Belohnung." Gemeinsam mit ihrem Schwiegersohn Thomas Leiendecker und Löwe Ralf Dümmel startet sie mit Frau Poppes richtig durch: "Durch den Deal komme ich jetzt richtig rum, sogar im Verkaufsfernsehen bin ich! Ich finde es spannend, was auf mich zukommt."
Auch für Gründer Dr. Markus Dworak (40) hat sich 2018 der Gang in "Die Höhle der Löwen" gelohnt. Ralf Dümmel und Carsten Maschmeyer investierten für 33 Prozent der Firmenanteile 1,5 Millionen Euro in smartsleep. "Bis dahin hatten wir noch nicht große Massen verkauft, aber danach ging es durch die Decke. Wir haben Unmengen an Produkten verkauft, Unmengen an neuen Kunden gewonnen", blickt der Gründer zurück. Trotz Corona-Pandemie, die auch für smartsleep zu einer unternehmerischen Herausforderung wurde, geht der Erfolgsweg weiter. Bereits Ende 2019 plante Markus Dworak mit smartsleep BEAUTY und smartsleep IMMUNE zwei neue Produkte für den Markt: "Die haben uns noch mal einen richtigen Schub gegeben und wir haben gesehen, dass das der richtige Weg ist." Das Sortiment wurde zudem um weitere Einschlafprodukte und neue innovative Kopfkissen erweitert und die Expansion ins Ausland wird weiter vorangetrieben.

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