Re:, Traditionsjob für norwegische Inselkinder

Sendezeit: 19:40 - 20:15, 23.05.2022
Genre: Reportage
Deutschland (2022) Etwa 80 Prozent ihres Jahreseinkommens verdienen die Fischer und Fischerinnen auf den Lofoten in nur drei Monaten mit dem Fang von Skrei, dem norwegischen Winterkabeljau. Kein Wunder, dass es in Norwegen heißt, wer nach Fisch riecht, riecht nach Geld. Die Region ist abhängig von Skrei - nicht nur ökonomisch, sondern auch touristisch und kulturell.
Zu Ehren des schuppigen Wirbeltiers aus der Familie der Dorsche findet im Fischerdorf Myre regelmäßig das Vesterålen Skreifestival statt.
Dieses Jahr bringt eine Woche Sturm die Vorbereitungen für das Spektakel kurz ins Wanken, doch dann bringt Kapitän Preben Meland mit seinem Fischkutter Morgenstjerne Nachschub für die Fischfabriken und das Festival.
Das freut besonders Leon (11), der dieses Jahr zum ersten Mal das sogenannte "Gold der Lofoten" sammelt und mit einem einzigen langen Schnitt die Zunge aus dem Maul des Fisches entfernt. Den alten Fischerinnen und Fischern war diese Arbeit zu mühsam, und so verdienen sich traditionell die Jungen und Mädchen der Region mit dem Kabeljauzungenschneiden bis zu 100 Euro pro Stunde. Wer sich geschickt anstellt, bringt es in einer Saison auf viele Tausend Euro, die auf ein Sparkonto wandern oder in Luxusgüter investiert werden, die sich die Kinder und ihre Eltern sonst nicht leisten könnten: iPhones, Laptops, Klamotten.
Sophie Berg (14) hat schon mehrfach an der Weltmeisterschaft im Kabeljauzungenschneiden teilgenommen und zeigt Leon ein paar Tricks, wie man die Zungen am schnellsten heraustrennt und auf einen Spieß rammt. Doch hat der Neuling beim diesjährigen Wettbewerb eine Chance gegen die erfahrene Konkurrenz

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